Dornbirner Projekt Leuchtturm möchte keine Jugendlichen zurücklassen

11.07.2019 • 06:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Feierliche Scheckübergabe an den „Leuchtturm“.LAG

25 Jahre Leuchtturm wurde mit großem Fest in den Jugendwerkstätten gefeiert.

dornbirn Der „Leuchtturm“ feiert ein Vierteljahrhundert seines Bestehens: 1994 startete der erste Pflichtschulabschlusskurs der Stadt Dornbirn unter der Leitung von Susanne Reiter, als erster in Vorarlberg und einer der ersten in Österreich. Grundlage zur Gründung des Leuchtturm waren die Jugendrahmenplanung aus dem Jahr 1992 und die Erfahrungen der Pilotprojekte zur Jugendarbeitslosigkeit 1993 und 1994. Ziel war es, eine umfassende Jugendarbeit in Dornbirn zu etablieren. Mit den Dornbirner Jugendwerkstätten wurde 1995 ein Verein gegründet, der sich den Themen Jugendarbeitslosigkeit, Bildung und Hauptschulabschluss annehmen sollte. AMS und Land haben den Verein von Anfang an unterstützt und fördern diesen mit der Stadt Dornbirn zu je einem Drittel nach wie vor. Besonders die Prüfungsschulen leisten einen unverzichtbaren Einsatz. Derzeit werden die Prüfungen an der Mittelschule Lustenauerstraße, unter der Leitung von Dir. Christian Purin, abgenommen.

„Den Schulabschluss habe ich für meinen Sohn gemacht. Ich möchte ihm ein Vorbild sein, denn er will so werden wie ich. Meine Eltern haben mich seinerzeit aus der Schule genommen und arbeiten geschickt.“

Manuela Erika Fulterer (40)

Bei diesem besonderen Fest konnten dem Verein von der Lions Basketball Charity zudem 4300 Euro übergeben werden. „Eigentlich unterstützen wir jedes Jahr einen anderen Verein. Aber ‚Leuchtturm‘ hat uns so überzeugt, dass wir bereits seit neun Jahren unseren finanziellen Beitrag leisten“, sind sich Markus Mittelberger, Raiffeisen Lions und Udo Rainer, Marketing, einig. Auch Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und Stadtrat Guntram Mäser, sowie AMS-Chef Herbert Johler überbrachten ihre Glückwünsche. Besonders dankte der Jugendkoordinator der Stadt Dornbirn, Elmar Luger, den Pädagoginnen Stefanie Helm und Julia Krepl für ihren tatkräftigen Einsatz.

„Ich kam mit 15 aus der Türkei nach Österreich. Ich heiratete mit 19 und bekam zwei Kinder. Für die Schule blieb keine Zeit, da ich arbeiten musste. Aber ohne Ausbildung findet man keinen guten Job. Ich möchte gut Deutsch lernen und Krankenschwester oder Kindergärtnerin werden.“

Hakime Velioglu (30)

„Bildungsbenachteiligte Jugendliche sollen Bildung als lebensbereichernd und positiv erfahren. Negative Schulerfahrungen werden durch individuelle Lernhilfen, Gruppenlernen und eigenes Tun in positiven Lernhunger gewandelt“, so Luger. Für Jugendliche mit Migrationshintergrund bildet der Pflichtschulabschluss eine wichtige Integrationshilfe. Im Leuchtturm erhalten Jugendliche die zweite, dritte, vierte Chance auf einen Pflichtschulabschluss und damit eine Perspektive auf eine weiterführende Ausbildung oder einen Arbeitsplatz. In den 25 Jahren sind 500 Abschlüsse und rund 6500 Prüfungen, davon 272 positiv, ein erfreuliches Ergebnis. Im Sommersemester konnten 18 Schüler zwischen 16 und 40 Jahren stolz ihr Abschlusszeugnis entgegennehmen. Musikalisch wurde das Fest von der „Black Velvet-Band“ der Musikschule Dornbirn unter der Leitung von Michael Percinic begleitet. Die zahlreichen Gäste trafen sich anschließend zu einem
interessanten Gesprächsaustausch am Buffet, welches vom Gastroserviceteam der Jugendwerkstätten liebevoll gestaltet wurde. lag