Fall Gemeindeinformatik: Zwei Anklagen erhoben

11.07.2019 • 20:22 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Nach sechs Monaten Ermittlungsarbeit ist die Ex-Buchhalterin der Gemeindeinformatik nun mit zwei Anklagen konfrontiert. VN/GS
Nach sechs Monaten Ermittlungsarbeit ist die Ex-Buchhalterin der Gemeindeinformatik nun mit zwei Anklagen konfrontiert. VN/GS

Staatsanwaltschaft schloss Ermittlungen gegen Ex-Buchhalterin ab.

Dornbirn Es ist ein ungewöhnlicher, aufsehenerregender Fall, der hohe Wellen schlug: Im Jänner dieses Jahres wurde die langjährige Buchhalterin der Gemeinde­informatik GmbH in Dornbirn überführt, im Laufe von 20 Jahren sagenhafte 3,1 Millionen Euro vom Geschäftskonto auf ihr Privatkonto abgezweigt zu haben. Und zwar unbemerkt von der GmbH selbst, den Gemeinden, Mitgesellschaftern und Wirtschaftsprüfern (die VN berichteten).

Schwerwiegende Vorwürfe

Nach einer sechs Monate lange andauernden Ermittlungsarbeit durch das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft hat Letztere nun Anklage gegen die geständige Beschuldigte erhoben. Die neunseitige Anklageschrift ist bei der Kanzlei Reiterer/Ulmer in Bregenz, die die Vertretung der Buchhalterin übernimmt, eingegangen und beinhaltet die Vorwürfe des Verbrechens des schweren gewerbsmäßigen Betruges und des Verbrechens der Untreue. Das sind schwerwiegende Anklagen. So sieht das Gesetz bei schwerem gewerbsmäßigem Betrug (§ 147 Abs. 1 bis 2) eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren vor. Noch drastischere Sanktionen drohen bei Veruntreuung (§ 133). Hier sagt das Strafgesetzbuch: „Wer ein Gut im Wert von mehr als 300.000 Euro veruntreut, ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen.“

Bei Aufklärung mitgewirkt

Der Beschuldigten dürfte zugute kommen, dass sie von Beginn an geständig war und bei der Aufklärung der Straftaten lückenlos mitgewirkt hatte. Als Motive für ihr kriminelles Tun gab die ehemalige Buchhalterin unter anderem „schwere psychische Probleme“ und „durch Einkaufen ihren Depressionen zu entfliehen“ an.

Dass die Malversationen so viele Jahre unentdeckt blieben, schreibt ihre Rechtsvertretung unter anderem auch einem totalen Versagen der Kontrollmechanismen zu.