„Falsche Fuffziger“ bestellt

Vorarlberg / 11.07.2019 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Ich weiß, dass es ein Blödsinn war“, sagte der Angeklagte und versprach, es nie mehr wieder zu tun. HOfer
„Ich weiß, dass es ein Blödsinn war“, sagte der Angeklagte und versprach, es nie mehr wieder zu tun. HOfer

Wegen Besitz von Falschgeld wurde ein 37-Jähriger zu 18 Monaten verurteilt.

Feldkirch Warum ehrlich arbeiten, wenn man auch ganz leicht über das Internet zu Geld kommen kann? Was wie ein verlockendes Angebot einer wenig seriösen Website klingt, setzte ein 37-jähriger Mann aus der Kummenberg-Region auf seine ganz eigene Art und Weise in die Tat um. Von seinem Schwager ließ er sich dazu verführen, auch Falschgeld aus dem Darknet im Gesamtwert von 2120 Euro zu ordern.

Kostenpunkt 200 Euro

Real zahlte er dafür 200 Euro, die er seinem „Geldbeschaffer“ dafür gab. Ein scheinbar gutes Geschäft, denn wo sonst bekommt man das Zehnfache an Barschaft zurück.

Selbst die größten Spekulanten träumen wohl von solch dicken „Renditen“. Das Ganze hatte lediglich zwei entscheidende Haken. Zum ersten war nach Angabe des Angeklagten die Qualität der Blüten ziemlich schlecht, so dass sie maximal in finsterer Nacht – wohl passend zum Darknet – an den Mann gebracht werden hätten können und zweitens ging der in der Steiermark wohnhafte Geldfälscher der Polizei ins Netz und wurden mittlerweile zu drei Jahren Haft verurteilt.

Als dem in Feldkirch vor dem Gericht stehenden Mann klar wurde, dass er mit den 42 „falschen Fuffzigern“ (und einem gefälschten 20er) nicht wirklich viel anfangen konnte, war er alles andere als Feuer und Flamme.

Seine unrechte Tat konnte er jedoch nicht mehr rückgängig machen. Denn im Rahmen der Ermittlungen führten die Spuren auch zu seinem Schwager und schließlich zu ihm. Nur halbherzig sagte er bei den Polizeivernehmungen aus. Was er bei der Gerichtsverhandlung damit begründete, dass er seinen Schwager nicht belasten wollte. Vor Gericht zeigte sich der von Rechtsanwalt Sanjai Doshi vertretene Angeklagte aber geständig. „Ich weiß, dass es ein Blödsinn war“, meinte er reumütig und schwört, es nie mehr wieder zu tun. Nach eigenen Angaben hat er das Falschgeld nicht im Umlauf gebracht. Er habe es in Rauch aufgehen lassen, weil es halt wertlos war.

„Aber erst dann, als sein Schwager aufflog“, hielt die Staatsanwaltschaft dagegen. Bei der Polizeieinvernahme hatte er nämlich noch erklärt, dass er vorhatte, dass Geld auszugeben.

13-fach vorbestraft

Wenn es um (falsches) Geld geht, kennt der Gesetzgeber bekanntlich kein Pardon. Der Strafrahmen beträgt ein bis zehn Jahre Haft. Der bereits 13-fach Vorbestrafte – unter anderem wegen Vermögensdelikten – fasste 24 Monate Haft aus, wovon er acht auch tatsächlich im Gefängnis verbüßen muss. Seine Schulden in der Höhe von ca. 20.000 Euro muss der arbeitslose verheiratete Mann nun versuchen auf andere Art und Weise zurückzuzahlen. CRO