Gegen Mehrklassenmedizin und für neues Pensionssystem

11.07.2019 • 17:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neos-Wahlkampfauftakt: NR Gerald Loacker und Junos-Chefin Fabienne Lackner. HA
Neos-Wahlkampfauftakt: NR Gerald Loacker und Junos-Chefin Fabienne Lackner. HA

Neos-Start in den Wahlkampf: Mehr Generationengerechtigkeit gefordert.

dornbirn Unter der Devise „Mehr Transparenz und Generationengerechtigkeit“ wollen die Vorarlberger Neos bei den anstehenden Landtags- und Nationalratswahlen punkten. ÖVP, FPÖ und SPÖ werfen sie unter anderem vor, wenig Interesse an Pensionsreformen zu zeigen und nach wie vor Partei­spenden nicht offenlegen zu wollen. Neos-Nationalrat Gerald Loacker (45) sieht beiden Urnengängen optimistisch entgegen, auch weil es ihm eigenen Angaben zufolge gelungen sei, „Skandale wie bei der Integra und Luxuspensionen bei Kammern und Kassen“ aufzudecken.

„Es ist noch viel zu tun, um den Sumpf auszutrocknen“, will der Abgeordnete auch in Zukunft vor allem im Sozialbereich Gas geben. Es brauche endlich ein Pensionssystem, das auch den Alten von morgen ein gesichertes Auskommen garantiere. Auch im Gesundheitswesen sei es höchst an der Zeit, neue Strukturen zu schaffen, um eine ungerechte Mehrklassenmedizin zu verhindern. Wie er jetzt beim Neos-Start in den Wahlkampf betonte, sei die Gefahr, dass gewisse Medikamente nicht mehr ausreichend vorhanden seien, auch auf eine extreme Sparpolitik der Kassen zurückzuführen. Anders sei es bei den Zusatzpensionen: „Die Kassen zahlen jedes Jahr 330 Millionen an eigene Mitarbeiter aus.“

Keine Probleme hat er hingegen mit der kürzlich erfolgten großzügigen Haselsteiner-Spende an seine Partei, weil jeder Einblick in die Finanzen bekomme: „Wir sind eine gläserne Partei, die laufend Rechenschaft lebt.“

Aktiv im Wahlkampf mischt auch Fabienne Lackner, seit zwei Jahren Landesvorsitzende der Junos in Vorarlberg, mit. Wie die 21-jährige Jungpolitikerin gestern betonte, sieht sie sich in erster Linie als Sprachrohr für die Jugend. Sie warnt vor teuren Wahlgeschenken, die schlussendlich von den nachkommenden Generationen zu bezahlen seien. Nicht genug investieren könne man hingegen in die Bildung, fordert Lackner ein Umdenken im Bildungsbereich. Die Politik solle sich um die finanziellen Rahmenbedingungen kümmern, dafür aber den Bildungsexpertinnen und -experten in der Praxis mehr Freiheit einräumen.

Lackner, die auf Platz 2 der Landesliste für den Nationalrat gereiht ist, weiß, dass ein Einzug ins Parlament wenig wahrscheinlich ist. Als Nummer 4 auf der Neos-Liste für die Landeswahlen rechnet sie sich allerdings gute Chancen für einen Sitz im Landtag aus. HA