Jetzt ist das Montafon am Zug

11.07.2019 • 17:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Machbarkeitsstudie für 284 Millionen Euro teure Bahnverlängerung vorgelegt.

Bregenz, Schruns Zwei Dinge vorweg: Die technische Machbarkeit ist geprüft, wann und ob ein Baustart erfolgen kann, steht freilich noch in den Sternen. Die Rede ist von einer Verlängerung der Bahntrasse der Montafonerbahn. Die Bahn ist im Montafon ein beliebtes Verkehrsmittel und bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in der Talschaft. Die elektrisch betriebene Bahn gehört zu den Privatbahnen mit den stärksten Fahrgastzuwächsen in Österreich: 2017 wurden insgesamt 1,44 Millionen Fahrgäste transportiert, das sind um 86.000 mehr als im Jahr davor.

Visionsprozess als Grundlage

Die Idee einer Bahntrasse bis ins Hochmontafon zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Montafonerbahn. Seit mehr als einem Jahrhundert wird immer wieder über eine Weiterführung bis Gaschurn diskutiert, für den Bau des Vermunt-Stausees wurde zwischen 1928 und 1953 eine Schmalspurbahn nach Partenen geführt, zeitweise auch mit einem Salonwagen für Fahrgäste. Bereits 1992 wurde in einer Studie von Besch & Partner eine Verlängerung geprüft. Die Trasse von Bludenz nach Schruns ist rund 13 Kilometer lang, von Schruns nach Gaschurn sind es weitere 15. Derzeit wird das Hochmontafon ab Schruns durch ein regionales Bussystem abgedeckt, betrieben von der mbs Bus GmbH, während im Außermontafon Richtung Bludenz die Bahn das dominierende Verkehrsmittel ist, sagt Studienautor Christoph Breuer vom Institut Kairos.

Seit 2012 wurden alternative Verkehrsmittel im Montafon in einer vertieften Auseinandersetzung geprüft, von der Seilbahnverbindung bis zum Monorail-System. Aus diesen Visionen wurde schließlich die Machbarkeitsstudie und damit eine solide Grundlage für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung im Montafon, erklärt Standesrepräsentant Herbert Bitschnau.

Zeitgemäße Mobilität im Fokus

Das Land unterstützt die Zielsetzungen, hat die Analyse mitbeauftragt und mitfinanziert, erklärten Statthalter Karlheinz Rüdisser (VP) und LR Johannes Rauch (Grüne). „Die Studie liefert uns wichtige Erkenntnisse zu Trassen und Betriebskonzept oder Investitionskosten. Wir können nun abschätzen, wo eine Trasse verlaufen würde. Zentrales Anliegen ist es, die erforderlichen Flächen zu sichern und damit Handlungsspielräume für die Zukunft offenzuhalten.“ Mit der Studie liege eine fundierte Grundlage vor. „Auf diesen Ergebnissen zu den möglichen Bahnfahrplänen kann nun im nächsten Schritt die Busplanung aufsetzen, ein wichtiger Puzzlestein zum Gesamtbild des öffentlichen Verkehrs bei einer Verlängerung. Intelligent kombiniert, bieten Bus und Bahn zusammen attraktive Reiseketten auch über längere Distanzen.“ VN-TW

„Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken: Bis zur Umsetzung ist noch ein langer Weg.“