Rucksack oder Oase?

11.07.2019 • 19:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Maultaschen waren auf jeden Fall gut eingekauft.
Die Maultaschen waren auf jeden Fall gut eingekauft.

Meckenbeuren Diese Frage stelle ich mir jedes Mal, wenn wir einen Freizeitpark besuchen. Soll ich den Proviant im Rucksack mitnehmen oder das kulinarische Angebot des jeweiligen Parks nutzen? Da sind erst mal die meist ziemlich hohen Kosten, die bei einem Restaurantbesuch einer größeren Familie das Haushaltsbudget strapazieren können. Dann natürlich auch die Qualität der angebotenen Speisen, die in den Parks, die wir bis jetzt besucht haben, eher bescheiden war. Gegen den Rucksack spricht meist die Logistik, denn es gibt meiner Meinung nach nichts Schlimmeres, als bei jeder Bahn den Rucksack aus- und anzuziehen oder mit einem Bollerwagen im Schlepptau durch den Vergnügungspark zu wandern.

Im Ravensburger Spieleland in Meckenbeuren, nur etwas mehr als 30 Kilometer von unserer Landesgrenze in Hörbranz entfernt und dementsprechend rege von Vorarlberger Familien besucht, entschieden wir uns für die Verpflegung vor Ort. Die Wahl fiel auf die Grüne Oase, eines der Restaurants im Spieleland, das hauptsächlich schwäbische Spezialitäten anbietet. SB-Restaurant mit sehr farbenfrohem Gastraum und wild zusammengewürfelten Stühlen, einem großen überdachten Außenbereich und einem lauschigen Biergarten. Das Angebot an Speisen beschränkt sich auf einige herzhafte und regionale Produkte. Wir schöpften uns einen Salat vom ziemlich ärmlich aussehenden Buffet (1,80 Euro/100 Gramm). Ein paar wenig Salate, die bis auf die Tomatenschnitze alle schon sehr sauer angemacht waren. Eine Schüssel gemischter Blattsalat und zwei Fertigsalatsaucen rundeten das Angebot ab.

Pommes oder Kässpätzle

Besser waren dann die Hauptgerichte. Appenzeller Rösti mit Gemüse und Bergkäse überbacken (8,80 Euro) sowie schwäbische Maultaschen mit Röstzwiebeln und Kartoffelsalat (9,50 Euro). Für die Kleinen gibt es ein Kindermenü mit Chicken Nuggets/Pommes, Schnitzel/Pommes oder Käsespätzle mit jeweils einem Getränk und einem Spielzeug (7,90 Euro). Sterneküche geht anders, aber das Essen war in Ordnung. Ob auf eine Appenzeller Rösti jetzt gedünstete Paprika und Zucchini gehören, sei dahingestellt. Die Maultaschen waren gut eingekauft, der Kartoffelsalat wirklich gut angemacht und nicht zu kalt.

Einzig die Temperatur der Speisen hätte etwas höher sein dürfen. Die Nachspeisenauswahl beschränkt sich auf verschiedene Kuchen. Für uns waren es eine Kirsch-Streusel-Schnitte, die sich als normale Kirsch-Schnitte ohne Streusel entpuppte, und eine Mandarinen-Käse-Schnitte (je 3,50 Euro). Beides von einem aus der Werbung bekannten Konditor, dessen Kuchen und Torten wir in der Tiefkühltruhe finden. Fazit: Falls wir das Spieleland nochmals besuchen sollten, werden wir den Rucksack nochmals zu Hause lassen. Das Essen ist zwar nichts Besonderes, aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt im Gegensatz zu anderen Freizeitparks allemal.