Zusammenhalt ist das Wichtigste

Vorarlberg / 11.07.2019 • 18:32 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit Zuversicht blicken Ingrid und Karl-Heinz Gmeiner in die Zukunft. privat
Mit Zuversicht blicken Ingrid und Karl-Heinz Gmeiner in die Zukunft. privat

Lauterach Ingrid und Karl-Heinz Gmeiner blicken heute im Kreis ihrer Lieben auf 50 glückliche Ehejahre zurück. Nach der Erneuerung ihres Ehegelübdes in der Lauteracher Klosterkirche um 14.30 Uhr werden sie bei einem gemütlichen Beisammensein mit der Familie und Freunden im „Landgasthof Linde“ in Höchst viele Erinnerungen aufleben lassen.

Mit ihren vier Brüdern wuchs Ingrid bei ihren Eltern, dem Schreinermeister Hans Bischof und seiner Frau Helene, behütet auf. Nach Volks-, Haupt- und Haushaltungsschule Riedenburg wurde sie bei der Firma Teutsch in Bregenz zur Einzelhandelskauffrau ausgebildet. Karl-Heinz, ebenfalls ein Lauteracher, verlor schon mit zwei Jahren seine Mutter Caroline. Sein Vater, der Bundesbahnbeamte Karl Gmeiner, heiratete ein zweites Mal, und so erlebte auch Karl-Heinz, liebevoll betreut von seinen Schwestern und der Stiefmutter Maria, schöne Kinder- und Jugendjahre. Nach der Volks- und Hauptschule absolvierte er von 1961 bis 1964 eine Lehre bei der Firma Alpha und wechselte dann zu Escher Wys, wo er als Monteur beschäftigt war.

Ein neuer Lebensabschnitt

Bei einem Heimatabend 1967 im alten Vereinshaus begegneten sich Ingrid und Karl-Heinz zum ersten Mal. Ingrid war gerade 17 Jahre alt und der charmante Tänzer eroberte ihr Herz im Sturm. Sie trafen sich öfter, er holte sie mit seinem 404er-Peugeot von der Arbeit ab und so wuchs die Liebe. „Ingrids Bruder hat mich zum Essen bei ihm zu Hause eingeladen. Ingrid hat serviert und ich habe mir gedacht, sie kann gut kochen, eigentlich könnte ich sie heiraten“, ist vom Jubilar zu erfahren. Der Heiratsantrag folgte und nach dem Einverständnis von Ingrids Eltern gaben sie sich am 27. Juni 1969 im Standesamt Lauterach das Ja-Wort. Die kirchliche Vermählung fand am 12. Juli in der Mariahilf-Kirche in Bregenz statt. „Wir hatten in Mellau das Mittagessen, und am Abend haben wir mit Verwandten, Freunden und Bekannten gefeiert“, erinnert sich Ingrid. „Wir haben bei meinen Eltern gewohnt und 1970 unsere Tochter Sabine glücklich in die Arme geschlossen.“ Ein Jahr später zog die Familie in den Brunnenweg und begrüßte 1975 liebevoll Stammhalter Mario. Den Lebensunterhalt für seine Familie verdiente Karl-Heinz inzwischen als Betriebsleiter bei der Gardinenfabrik Geiger.

Neue Herausforderung

1984 erhielt das Paar das Angebot, als Hausmeister den Hofsteigsaal zu übernehmen und auch dort zu wohnen. Zahlreiche Aktivitäten, Veranstaltungen, Bälle usw. sowie die Reinigung der Räumlichkeiten bewältigte das Paar zur Zufriedenheit aller gemeinsam. Als leidenschaftlicher Laientheaterspieler seit seiner Jugend unterhielt Karl-Heinz in vielen Rollen erfolgreich das Publikum. Er gründete die Theatergruppe „Rampenlicht“, inzwischen spielt er bei der Theatergruppe Bühne 68. Mit „My Little Lady“ gewann er 1968 einen Schlagerwettbewerb, doch seine Ingrid war ihm wichtiger als eine unsichere Zukunft als Schlagersänger.

Endlich in Pension, zog das Paar 2007 in Karlheinz’ Elternhaus, baute es aus und renovierte den Großteil selbst. Nun war endlich genug Platz für Karl-Heinz’ Eisenbahn, die er im Keller aufbaute.

Ingrid war früher eine gute Turnerin, aber ihre ganze Leidenschaft gehört dem Tanzen. Mit viel Freude dekoriert sie bei verschiedensten Anlässen, stellt schöne Handarbeiten her und verwöhnt ihre Lieben mit köstlichen Menüs. Sie unterstützte ihren Mann bei den Pfadfindern, kümmerte sich um die Erziehung der Kinder und hielt Haus und Garten in Schuss.

Ruhigere Jahre

Vor einiger Zeit erkrankte Karl-Heinz schwer und musste öfters ins Krankenhaus. Trotz immer wieder niederschmetternder Diagnosen hat er seinen Humor nicht verloren. Mit seiner treuen Begleiterin, der Golden-Retriever-Hündin Sina, geht er gerne spazieren. Auch die Besuche der fünf Enkel und fünf Urenkel machen ihm viel Freude und geben ihm Rückhalt.

Sein Fels in der Brandung ist aber seine Frau Ingrid, die ihm Kraft und Mut gibt. „Es ist für mich nicht immer leicht, ich hatte vor einigen Jahren Brustkrebs, fühle mich aber jetzt wieder gut. Leider können wir nicht mehr viel gemeinsam unternehmen. Spontane kleine Ausflüge sind aber noch möglich“, erklärt Ingrid.

„Wir wünschen uns natürlich vor allem Gesundheit und noch viele schöne gemeinsame Jahre, denn sonst haben wir alles“, schließen die Jubilare ihren Lebensbericht ab.

Ein glückliches Paar.
Ein glückliches Paar.