Erfolgsgeschichte wie aus dem Bilderbuch

Vorarlberg / 12.07.2019 • 18:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Das Szene Openair hat sich in 30 Jahren vom Mini-Openair zum größten Festival Westösterreichs entwickelt.

Lustenau Wenn Veranstalter Hannes Hagen an das erste Lustenauer Szene Openair im Jahr 1990 zurückdenkt und durch sein Fotoalbum blättert, kann er sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. „Es gab nur eine kleine, selbst gebaute Bühne, und es hat erbärmlich geregnet. Am Abend musste das Openair schließlich abgebrochen werden.“ Die Konzerte fielen zwar ins Wasser, wurden aber im Kronensaal in Lustenau nachgeholt. Damals war Hagen noch Gast des Mini-Openairs, das aus einer Initiative von Musikern des Jazzseminars Lustenau entstand. Der Verein setzte sich zum Ziel, heimischen Bands eine Auftrittsmöglichkeit zu verschaffen. „Diese waren zu dieser Zeit sehr rar“, erinnert sich Hagen, der einige Jahre später mit seiner Band selbst auf der Bühne des Festivals stand. Für die Organisation des Openairs waren die Künstler alleine verantwortlich. „Wir Musiker waren froh, dass wir eine Plattform bekommen haben, da hat jeder mit angepackt.“

Dass das Openair heute an drei Tagen rund 25.000 Besucher anlockt, habe damals niemand für möglich gehalten, denn die Zukunft des Festivals stand Mitte der 90er-Jahre auf der Kippe. „Es wurde jedes Jahr darüber abgestimmt, ob es genügend Leute gibt, die mithelfen, das Openair weiterzuführen. Viele sprachen sich dagegen aus.“ Deswegen entschied sich der Musikliebhaber dazu, als neuer Obmann die Zügel in die Hand zu nehmen und das Openair auf neue Beine zu stellen. Von nun an waren es nicht mehr ausschließlich heimische Bands, sondern auch internationale Künstler, die für das Festival am Alten Rhein engagiert wurden. „Der Erfolg von Nirvana hatte auch Auswirkungen auf die regionale Musikszene. Auf einmal haben sich alternative Stilrichtungen durchgesetzt.“ 1999 gastierte mit der Rockband H-Blockx der erste große Headliner in Lustenau, 2000 folgte die Popgruppe Echt. „Diese Bands haben die Besucher scharenweise angelockt.“ Zum 15-Jahr-Jubliläum im Jahr 2004 verzeichnete das Festival bereits 12.000 Besucher. Zwei Jahre später wechselte das Openair aus Platzgründen den Austragungsort und zog vom Wiesenrainpark zum Gelände beim Zollamt Schmitter, auf dem es bis heute ausgetragen wird.

Regen, Matsch und viel Sonne

Doch auf eines hatten die Veranstalter nie Einfluss: auf das Wetter. Auch wenn das Szene Openair den Ruf hat, verregnet zu sein, war es in den letzten 29 Ausgaben nur elf Mal richtig nass. „Zwischen 2006 und 2012 hat es besonders oft geregnet. Aber davon haben sich Szene-Fans noch nie die Stimmung verderben lassen“, weiß der Festival-Chef.

Den Erfolg des Szene Openairs führt er vor allem auf den unermüdlichen Einsatz der vielen Helfer zurück. 400 Ehrenamtliche sorgen alljährlich für einen reibungslosen Ablauf des Openairs. „Einige sind schon seit den 90er-Jahren dabei und haben das Festival mit aufgebaut.“ Das Jubiläum im August will daher gebührend gefeiert werden, und zwar mit einem fulminanten Line-up und ausgelassener Stimmung.

„Beim ersten Szene Openair hat es erbärmlich geregnet. Man musste es abbrechen.

30. Szene Openair: 1. bis 3. August, Alter Rhein, Lustenau u.a. mit Otto Waalkes und den Friesenjungs, Annenmaykantereit, Capital Bra uvm. Tickets: www.szeneopenair.at