Justizwachebeamten geschlagen

12.07.2019 • 15:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 21-jährige Somalier machte Bekanntschaft mit dem österreichischen Recht und findet es gar nicht gerecht. Hofer
Der 21-jährige Somalier machte Bekanntschaft mit dem österreichischen Recht und findet es gar nicht gerecht. Hofer

21-jähriger Asylwerber aus Somalia erhielt nochmals sieben Monate Haft.

Feldkirch Das Recht ist nicht gerecht. Diese Erfahrung meinte ein in Haft sitzender Asylwerber aus Somalia gemacht zu haben. Bereits vier Mal verurteilt, kam er nach seiner letzten Verhandlung derart in Rage, dass er sich mit Händen und Füßen gegen das Abführen zurück in die Zelle wehrte. Einer der beiden Justizwachebeamten fasste dabei einen Schlag ins Gesicht aus. Die Folgen: ein blaues Auge und eine verbogene Brille. Doch während das Hämatom inzwischen wieder verschwunden ist und die kaputte Brille durch eine neue ersetzt wurde, hat die Rangelei für den jungen Afrikaner weitreichendere Folgen. Er fand sich neuerlich auf der Anklagebank wieder und musste sich vor Richterin Sonja Nachbaur gleich wegen mehrerer Vergehen verantworten. „Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere Körperverletzung und Sachbeschädigung“, verlas Staatsanwältin Julia Berchtold aus dem Strafantrag.

Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht geständig und reumütig. „Es tut mir leid. Ich möchte mich entschuldigen“, sagte er und begründete: „Ich war wegen der Verurteilung sehr wütend und aggressiv und wollte mich deshalb noch mit dem Richter besprechen.“ Die Beamten führten ihn aber gleich wieder ab, was sich der Afrikaner nicht gefallen lassen wollte. „Ich wollte mich nicht fixieren lassen“, argumentierte er weiter den Grund seines Ausrastens.

Diesmal ruhig

Auch wenn er sich bei dieser Verhandlung ruhig verhielt und ohne Anstalten wieder vom Verhandlungsaal in die Justizanstalt bringen ließ, musste er dennoch schlucken. Die Strafe, die er ausfasste, ist kein Pappenstiel. „Sieben Monate Haft und der Ersatz der Verfahrenskosten“, verkündete Richterin Nachbaur. Außerdem erhielt der geschädigte Beamte einen über 30 Jahre gültigen Titel über 180 Euro als Entschädigung für die kaputte Brille. CRO