Rechtstipp: Betriebsunterbrechung versichern

14.07.2019 • 08:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Battlogg, Rechtanwalt in Schruns.

Bei der Betriebsunterbrechungsversicherung handelt es sich um eine Sachversicherung. Die vereinbarte Versicherungssumme soll den Einnahmenausfall eines Betriebes decken, nicht jedoch jenen, den eine Person insgesamt durch ihre Arbeitsunfähigkeit erleidet.

Berechnung

Deckungsbeitrag als Versicherungsleistung errechnet sich aus den betrieblichen Erlösen ohne die variablen Kosten. Variable Kosten sind jene Kosten, die nicht anfallen, wenn der Betrieb stillsteht. Ebenfalls versichert sind Kosten, die aufgewendet werden, um den Schaden zu mindern. Wird vom Unternehmer ein Stellvertreter bestellt, der für ihn geschäftlich tätig wird, sind die damit im Zusammenhang stehenden Kosten versichert.

Versicherungsleistung

Diese ist begrenzt durch die Versicherungssumme und den Haftungszeitraum. Beträgt die Versicherungssumme 360.000 Euro und der Haftungszeitraum ein Jahr, ist pro Tag ein Betrag von 1000 Euro zu bezahlen, wenn der Betrieb durch einen Personen- oder Sachschaden zum Stillstand kommt.

Tücken

Können darin bestehen, dass die Versicherung dann nichts zahlt, wenn der Betrieb trotz Krankheit des Unternehmers weiterläuft und kein bezahlter Stellvertreter bestellt wird.

Die Betriebsunterbrechungsversicherung muss nicht immer den vereinbarten Tagsatz bezahlen. Dies ist auch dann nicht der Fall, wenn der Deckungsbeitrag niedriger als der vertraglich vereinbarte Tagsatz ist. Wenn eine tägliche Versicherungsleistung von 1000 Euro vereinbart ist, der Versicherungsnehmer mit seinem Betrieb jedoch nur einen täglichen Deckungsbeitrag von 500 Euro erwirtschaftet, muss die Versicherung nur 500 Euro zahlen. Es gilt allerdings eine Toleranz von 10 Prozent.

Im Schadensfall sind einige Obliegenheiten zu beachten.