Eine Gemeinde in Trauer: Unfalltragödie erschüttert Riefensberg

14.07.2019 • 13:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Untersuchungen des Unfalldramas  im benachbarten Allgäu laufen noch. Benjamin Liss
Die Untersuchungen des Unfalldramas im benachbarten Allgäu laufen noch. Benjamin Liss

Zwei Kinder starben bei Traktorunglück: Pfarrer Albert Egender rief in der Messe zur Anteilnahme auf.

Riefensberg, Balderschwang Das tragische Ende eines sommerlichen Ausflugs erschüttert eine ganze Gemeinde. Bei Balderschwang im benachbarten Allgäu sind am Samstagabend zwei Kinder aus Riefensberg von einem Traktor überrollt und dabei getötet worden. Sie hatten sich zusammen mit einem dritten Kind in einem an der Traktorfront montierten Transportcontainer befunden, berichtete die Polizei am Sonntag.

Quelle: Benjamin Liss

In der Sonntagsmesse drückte der Riefensberger Pfarrer Albert Egender vor versammelter Gemeinde sein Beileid aus und rief zur Anteilnahme auf. Gegenüber den VN sprach er von einem besonders tragischen Fall. „Die Kinder und sämtliche der vom Unglück betroffenen Familien sind aus Riefensberg, es stimmt mich sehr traurig. Denn schon einmal, es war vor dreißig Jahren, wurde Riefensberg von einem Unglück mit tödlich verletzten Kindern betroffen.“ Der Schock in der Gemeinde sitzt tief.

Aus Container geschleudert

Beim Überfahren einer Bodenwelle seien ein zehn Jahre alter Junge und ein 13 Jahre altes Mädchen aus dem Container herausgeschleudert und von dem Traktor überrollt worden. Ein weiteres 12-jähriges Mädchen blieb zwar körperlich unverletzt, wurde aber schwerst traumatisiert. Am Steuer des Traktors habe ein 13-Jähriger gesessen, teilte die Polizei mit. Einzelheiten wollte sie erst am Montag veröffentlichen.

Quelle: Benjamin Liss

Nach Angaben des Balderschwanger Bürgermeisters Konrad Kienle hatten die Kinder zusammen mit ihren Eltern einen Tagesausflug auf die rund 1000 Meter hohe Lenzenalpe unternommen. Die beiden Familien stammten aus dem 25 Kilometer entfernten Riefensberg im Bregenzerwald und seien mit den Betreibern der Alpe befreundet. Bei solchen Besuchen seien auch schon in der Vergangenheit Traktorfahrten auf dem Privatgelände der Alpe üblich gewesen, berichtete Kienle.

Benjamin Liss
Benjamin Liss

„Der Bub ist auf dem Privatweg der Alpe gefahren. Deswegen war die Spritztour des 13-Jährigen auch keineswegs illegal“, machte der Bürgermeister deutlich. Da der Weg „brettlflach“ sei und es keine größeren Gefahrenstellen gebe, hätten solche Traktorspritztouren mit dem 13-Jährigen am Steuer auch keine besondere Gefahr dargestellt. „Der Bub hat das schon 100 Mal gemacht, ohne das bisher auch nur einmal was passiert ist“, machte das Gemeindeoberhaupt deutlich.

Trotzdem sei das Ganze natürlich ein unfassbares Unglück. Es sei furchtbar, dass ein sommerlicher Ausflug in einer solchen Tragödie endete. „Für die Helfer und alle, die davon betroffen waren, war das ein furchtbarer Anblick. Die ganze Gegend ist betroffen und sehr traurig“, sagte Kienle.

Benjamin Liss
Benjamin Liss

Der Unfall passierte in der Nähe eines Waldstücks unweit der idyllisch gelegenen Lenzenalpe. Auf ihrer Webseite bewerben die Betreiber das beliebte Bergausflugsziel als „familienfreundliche Sommer-Alpe“. Als „ideales und einfach zu erreichendes Wanderziel“ sei es auch für Familien mit kleinen Kindern geeignet. Die den Sommer über präsente Bergbauernfamilie hält auf der unweit des Riedberger Horns gelegenen Alpe neben Rindern auch Ziegen, Schweine und Hühner. (DPA)