Die Jugend diskutiert: Was, wenn ich Landeshauptfrau wäre?

Vorarlberg / 16.07.2019 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch heuer veranstalten die VN in Kooperation mit dem Poolbar-Festival wieder einen Politikstammtisch mit der Parteijugend. VN/STIPLOVSEK

Jungpolitiker diskutieren mit den VN über ihre Themen für die Landtagswahl.

Wien Leistbares Wohnen gehört zu den größten Problemen in Vorarlberg. Darin sind sich die Jugendvertreter der Parteien einig. Am Donnerstag diskutieren sie im Rahmen des Poolbar-Festivals beim VN-Freiluftstammtisch in Frastanz über jene Themen, die die Jungen bewegen.

„Check-out aus Hotel Mama“

„Wenn alles zu teuer ist, verlieren junge Menschen den Anreiz, Leistung zu erbringen“, sagt etwa Christina Metzler von der Jungen ÖVP. Johannes Fitz (FPÖ) stellt fest, dass sich viele keine Eigentumswohnung mehr leisten können. Neos-Politikerin Fabienne Lackner hält die Wohnungssituation für Alleinerziehende, Single und junge Familien im Land für nicht mehr tragbar: „Der ‚Check-out aus dem Hotel Mama muss leistbar werden.“ Viele junge Menschen müssten mehr als die Hälfte des Einkommens allein fürs Wohnen ausgeben, kritisiert auch die Sozialdemokratin Jeannette Greiter. Nina Tomaselli von den Grünen wehrt sich dagegen, dass Grundlegendes wie Wohnen zum Luxus wird: „Diese Gefahr droht.“

Digitalisierung, Klima, Verkehr

Als weitere drängende Themen identifizieren die Jungpolitiker die Digitalisierung. Breitband müsse so selbstverständlich werden wie Strom oder fließend Wasser, meint Lackner von den Neos. Tomaselli will nichts unversucht lassen, die Klimakrise zu bewältigen. Fitz wünscht sich den Ausbau des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Bereich. Dort sei das Heimkommen am Wochenende besonders schwierig.

Und was würden die Jungpolitiker tun, wenn sie Landeshauptfrau oder Landeshauptmann wären und die Kompetenz hätten, etwas völlig alleine zu entscheiden? Der Freiheitliche Johannes Fitz ließe Politiker für ihr Handeln persönlich haften. „Es sollte auch mehr direkte Demokratie geben.“ Christina Metzler (ÖVP) träte für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein: Kinderbetreuungseinrichtungen am Arbeitsplatz, flexible und faire Arbeitszeitmodelle oder eine bessere Anerkennung der Kindererziehung für Pension und Sozialversicherung könnten das unterstützen, „aber es sollte auch honoriert werden, wenn man das als Familie selbst gut meistert“. Das Thema Wohnen beträfe die erste Amtshandlung von Fabienne Lackner (Neos) und Nina Tomaselli (Grüne), wenn diese an der Landesspitze wären. Tomaselli würde eine Mietpreisbremse einführen und Lackner Baunormen entrümpeln, „die das Bauen und somit die Mieten unnötig teuer machen“. Der SPÖ-Politikerin Jeanette Greiter fiel auf die Frage, was sie als Landeshauptfrau tun würde, als Erstes ein, eine bundesweit einheitliche Sperrstundenregel voranzutreiben.