Gelebte christliche Nächstenliebe

Vorarlberg / 16.07.2019 • 17:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ferdinand Trunk: Stets ein offenes Ohr für die Versicherten.
Ferdinand Trunk: Stets ein offenes Ohr für die Versicherten.

Ehemaliger VGKK-Direktor Dr. Ferdinand Trunk ist im 87. Lebensjahr verstorben.

Ernest Enzelsberger

DORNBIRN Nach einem erfüllten Leben und längerer Krankheit ist Ferdinand Trunk, Direktor der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) a. D. am 9. Juli 2019 im Kreise seiner Familie verstorben. Mit seiner Liebe zur Familie und seinem engagierten und umsichtigen Handeln hat er, stets getragen von christlicher Nächstenliebe, viel bewirkt. Trunk wurde am 25. Dezember 1932 geboren. Mehr als 35 Jahre – von 1957 bis zu seiner Pensionierung 1993 – war er bei der VGKK tätig. Begonnen hatte er als Rechtsreferent, nur fünf Jahre später wurde er zum damals jüngsten Direktor aller Gebietskrankenkassen bestellt. Für seine Leistungen wurde ihm die Ehrennadel der österreichischen Sozialversicherung verliehen. Das Land Vorarlberg würdigte seine Verdienste mit dem Großen Verdienstzeichen, und er war als Zeichen für seine großen Leistungen zum Wohle der Gesundheit der Vorarlberger Bevölkerung Träger des Leopold Bischof-Rings.

Ferdinand Trunk zeichnete sich durch Pflichtbewusstsein, Verhandlungsgeschick, Weitblick und Menschlichkeit in seinen Entscheidungen aus. In seine Amtszeit fiel u. a. die Übernahme der Landwirtschaftskrankenkasse, die Einführung der EDV, der Bau der VGKK-Hauptstelle in Dornbirn samt Anbau, die Errichtung von vier Zahnambulatorien und die Einführung der Geburtshilfe für eine beispielgebende Vorsorgemedizin in Österreich. Mit Toleranz und vorausschauender Umsicht sorgte Ferdinand Trunk gemeinsam mit seinem Langzeit-Obmann und Freund VKW-Direktor Dr. Paul Weber für eine stets gute Zusammenarbeit mit den Vertragspartnern, die wiederum allen Versicherten zugute kam. So gelang es ihm, eine ausgewogene, dem Grundsatz der Sparsamkeit folgende Gesundheitspolitik zu betreiben, was sich auch auf die Gebarung der Kasse immer positiv auswirkte.

Auf der Bundesebene hat er die Interessen der VGKK nachhaltig vertreten und viele Vorteile für die Kasse erreicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VGKK brachten ihrem Chef große Sympathie und Anerkennung entgegen. Der Verstorbene hat sich immer für ihre Sorgen interessiert. Das entsprach seinem zutiefst christlichen Weltbild der Nächstenliebe. Vielen Mitarbeitern hat er bei gesundheitlichen, privaten und beruflichen Problemen geholfen. Das galt auch für die Versicherten, für die er stets ein offenes Ohr hatte.

Auch nach seiner Pensionierung blieb Ferdinand Trunk der VGKK verbunden. Das zeigte sich bis zuletzt, als er noch im vergangenen Jahr dabei war, als gegen die Auflösung „seiner“ Kasse vor dem Haupteingang in Dornbirn lautstark protestiert wurde.

Diözesankirchenrat

Er war seit Jänner 1971 Mitglied des Diözesankirchenrates und ab Dezember 1983 dessen Vorsitzender. Ferdinand Trunk hat diese Aufgabe bis Mai 2005 ausgeübt. Für sein Engagement wurde er 1992 mit dem Silbernen Ehrenzeichen der Diözese Feldkirch ausgezeichnet.

Von April 1967 bis Juli 1996 war Ferdinand Trunk Mitglied des Aufsichtsrates der Vorarlberger Illwerke. Dabei hat er an der Realisierung maßgeblicher Projekte mitgewirkt – etwa dem Kopswerk I, dem Rodundwerk II, dem Kraftwerk Langenegg, dem Walgauwerk oder dem Kraftwerk Alberschwende.

In seine Zeit als Aufsichtsratsmitglied fiel auch die Übernahme des Aktienpakets der Republik Österreich an den Illwerken durch das Land Vorarlberg, wodurch aus den Illwerken die Vorarlberger Illwerke wurden.