Talent-Probe für die neuen Schienenflitzer

Vorarlberg / 16.07.2019 • 20:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Talent3 möchte nicht nur mit mehr Beinfreiheit überzeugen. „Die Sitzgruppen sind lediglich an der Seitenwand festgemacht. Das ist für uns in der Reinigung sehr wichtig, da wir schneller durchkommen. Außerdem kann man etwas darunterstellen“, ergänzt Ferdi Saykin.

Der Talent3 möchte nicht nur mit mehr Beinfreiheit überzeugen. „Die Sitzgruppen sind lediglich an der Seitenwand festgemacht. Das ist für uns in der Reinigung sehr wichtig, da wir schneller durchkommen. Außerdem kann man etwas darunterstellen“, ergänzt Ferdi Saykin.

Der „Cityjet Talent3“ machte Halt in Dornbirn: Ein Blick hinter die Zugtüren.

Geraldine Reiner

Dornbirn Die vereinbarte Auslieferung der 21 Cityjet Talent3-Zügen vor Beginn der Weltgymnaestrada ist ins Wasser gefallen. „Wir haben gesagt, wir bringen sie erst dann in Betrieb, wenn sie das Qualitätsniveau 100-prozentig erfüllen. Deshalb testen wir sie auf Herz und Nieren“, sagt Bombardier-Österreich-Geschäftsführer Christian Diewald. Wann genau die neuen Vorarlberger Nahverkehrszüge offiziell auf die Schiene gebracht werden können, ist noch nicht bekannt. Beim Bus-Bahn-Mobiltag am Dienstag in Dornbirn hatten Interessierte aber schon Gelegenheit, einen ersten Blick hinter die Talent3-Türen zu werfen.

„Wir sagen immer, der Zug ist ein Raumwunder“, schwärmt Diewald beim Rundgang mit den VN. Zum einen ist da die nach außen gewölbte Form der Waggons. „Das führt dazu, dass ich auf Schulterhöhe zehn Zentimeter mehr Innenraum habe“, erläutert der Bombardier-Österreich-Chef. Gleichzeitig will der Talent3 mit mehr Beinfreiheit und Sitzkomfort überzeugen. Die Sitzflächen können um fünf Grad geneigt werden. Die Armlehnen schließen bündig ab. Außerdem gibt es bei jedem Doppelsitz Steckdosen. „Auch von der Sitzbreite ist er wesentlich besser als der Railjet in der zweiten Klasse“, will ein interessierter Besucher nicht unerwähnt lassen. Die Mehrzweckzonen bei jedem Einstiegsbereich können nicht nur zum Chillen genutzt werden, sie dienen auch als Auffangbecken für die Fahrgäste. „Wir haben mit zwei Hochschulen simuliert, wie groß diese Bereiche sein müssen, um einen optimalen Passagierfluss zu erreichen“, ergänzt Diewald. Ebenfalls neu sind die Gitter in den Fensterscheiben, die den Handyempfang verstärken soll und das Radabteil, das es „auf der ganzen Welt so noch nicht gibt.“

Der Talent3, der auch über einen neuen Antriebsstrang und drei verschiedene Spannungssysteme verfügt, wird in Vorarlberg weltweit zum ersten Mal eingesetzt. „Die ersten 21 Züge sind Markenbotschafter von Bombardier, deshalb ist es auch in unserem Interesse, dass wir den Zug so hinbekommen, dass jeder sagt, das ist ein echt gutes Produkt“, bekräftigt Christian Diewald.

LED-Leuchtmittel, ein etwas böserer Blick. „Durch die komplett andere Form des Scheinwerfers schaut der Zug viel frischer und innovativer aus“, findet Bombardier-Österreich-Chef Christian Diewald. Auch sonst hat sich einiges getan: Der Talent3 misst 104,5 Meter und ist somit um knapp 25 Meter länger als die Vorgängermodelle. In den sechsteiligen Garnituren befinden sich 300 Sitzplätze (+100). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h (+20 km/h).

LED-Leuchtmittel, ein etwas böserer Blick. „Durch die komplett andere Form des Scheinwerfers schaut der Zug viel frischer und innovativer aus“, findet Bombardier-Österreich-Chef Christian Diewald. Auch sonst hat sich einiges getan: Der Talent3 misst 104,5 Meter und ist somit um knapp 25 Meter länger als die Vorgängermodelle. In den sechsteiligen Garnituren befinden sich 300 Sitzplätze (+100). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h (+20 km/h).

„Das Radabteil ist unsere größte Neuerung. Das hat Bombardier so noch nie umgesetzt“, sagt Diewald (r.). Das Pedal wird in eine Halterung eingehängt. Auch Steckdosen zum Aufladen von E-Bike-Akkus sind vorhanden. Im Winter wird der Wagen mit Sitzen bestückt. Rechts im Bild: Die Mehrzweckzonen mit Klappsitzen sowie Befestigungsriemen für Räder oder Kinderwagen. Auch Skihalter können montiert werden.

Bei Bedarf kann ein Hublift angefordert werden. Über das Bedienelement im Rollstuhlbereich des Zuges kann auch eine Sprechverbindung mit dem Lokführer aufgebaut werden. „Er bekommt dann am Bildschirm die Kamera aufgeschaltet. Es könnte ja sein, dass sich jemand einen Spaß erlaubt“, führt ÖBB-Projektleiter Ferdi Saykin aus. Der recht laute Piepton beim Schließen der Tür dient Hörbehinderten zur Orientierung.

Bei Bedarf kann ein Hublift angefordert werden. Über das Bedienelement im Rollstuhlbereich des Zuges kann auch eine Sprechverbindung mit dem Lokführer aufgebaut werden. „Er bekommt dann am Bildschirm die Kamera aufgeschaltet. Es könnte ja sein, dass sich jemand einen Spaß erlaubt“, führt ÖBB-Projektleiter Ferdi Saykin aus. Der recht laute Piepton beim Schließen der Tür dient Hörbehinderten zur Orientierung.