Drei Varianten, wie es in Zukunft von Dornbirn in den Bregenzerwald gehen könnte

Vorarlberg / 17.07.2019 • 11:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Könnte es in Zukunft von Dornbirn per Bahn in den Bregenzerwald gehen? Diese Idee wird durch eine Studie wieder aktuell. VN/Paulitsch
Könnte es in Zukunft von Dornbirn per Bahn in den Bregenzerwald gehen? Diese Idee wird durch eine Studie wieder aktuell. VN/Paulitsch

Eine neue Studie untersucht, wie Wälder und Ländler näher zusammenrücken könnten.

Dornbirn Die Vision einer Schienenverbindung zwischen dem Rheintal und dem Bregenzerwald könnte vielleicht bald Realität werden. Das lässt zumindest eine noch unveröffentlichte Studie, die von der Landesregierung in Auftrag gegeben wurde, vermuten. Drei mögliche Varianten, zwei Bahnlinien und ein Tunnel für Busse, wurden untersucht.

Die Idee, Dornbirn und den Bregenzerwald mit seinen rund 30.000 Einwohnern mit einer Bahnlinie zu verbinden, ist nicht neu, wird aber durch eine brandneue Studie eines renommierten Schweizer Planungsbüros wieder aktuell. Eine Variante wäre eine so genannte Vollbahn mit direktem Anschluss an das Schienennetz der ÖBB. Die rund 28 Kilometer lange eingleisige Bahnstrecke würde über das südliche Hatlerdorf durch den Tunnel Karren und den Tunnel Hochälpele nach Bersbuch führen, von wo aus Schienenverbindungen nach Egg und Mellau geplant wären. Investiert werden müssten für dieses Projekt nach ersten Schätzungen rund 715 Millionen Euro.

Mit rund 405 Millionen Euro Errichtungskosten wäre eine Straßenbahn deutlich billiger. Diese Variante umfasst eine rund 15 Kilometer lange Trasse zwischen dem Dornbirner Bahnhof entlang der Dornbirner Ache über das Gütle nach Bersbuch. Kernstück wäre ein 5,6 Kilometer langer Tunnel. Die Straßenbahn könnte im Viertelstundentakt verkehren.

Bustunnel

Näher rücken könnten sich Wälder und Ländler auch per Bustunnel.  Kernelement dieser Variante ist eine 5,4 Kilometer lange einspurige Röhre zwischen Gütle und Bersbuch. Die Baukosten werden auf 288 Millionen Euro geschätzt. Vorgesehen ist, dass die Busse im Viertelstundentakt verkehren, wobei jeweils nur in eine Richtung gefahren werden kann. Bei Bedarf könnten auch mehrere Busse hintereinander den Tunnel durchqueren. Unter bestimmten Voraussetzungen könnte der Tunnel in verkehrsarmen Zeiten auch vom Schwerverkehr genutzt werden.

Alle neuen Verbindungen hätten den Vorteil, dass sich die Fahrzeiten deutlich reduzieren, rechnet die Studie vor. Derzeit ist man mit dem Bus von Bezau über Alberschwende nach Dornbirn  rund 55 Minuten unterwegs, mit dem Bus oder der Bahn durch einen Tunnel nur noch knapp über 20 Minuten.

Wälderbahn

Nach wie vor ein Thema ist aber auch die sogenannte Wälderbahn, eine Seilbahn zwischen Dornbirn und Bersbuch über das Hochälpele mit einer Streckenlänge von rund elf Kilometern. Es handelt sich dabei um eine Kombination von Seilbahn und City Cable Car entlang der Dornbirner Ache. Die Investitionskosten für dieses Projekt werden auf rund 184 Millionen Euro geschätzt.

In Dornbirn werden alle Vorschläge mit Interesse verfolgt, auch weil man sich eine Reduzierung des Individualverkehrs erwartet. Stadtplanungsreferent Vizebürgermeister Martin Ruepp hat allerdings einen Favoriten auserkoren: Er würde den Wäldern am liebsten mit der Straßenbahn einen Besuch abstatten.