Jeder darf am Flügel spielen

Vorarlberg / 17.07.2019 • 10:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der öffentlich zugängliche Flügel steht am See beim Molo. Jeder kann darauf spielen, alle dürfen zuhören. UF

Das Open Piano for Refugees steht wieder in den Bregenzer Seeanlagen.

Heidi Rinke-Jarosch

BREGENZ Rechtzeitig zum Beginn der Festspiele wurde das öffentlich zugängliche Piano wieder in Bregenz aufgestellt. Wer Lust hat, setzt sich an das Instrument und greift in die Tasten. „Alle dürfen spielen. Alle dürfen zuhören“, sagt Udo Felizeter.

Der in Wien lebende 29-jährige Bregenzer hat gemeinsam mit dem Dornbirner Nico Schwendinger das Sozialprojekt Open Piano for Refugees ins Leben gerufen. Ziel ist es, den öffentlichen Raum kunstvoll zu beleben und Menschen aller Gesellschaftsschichten zusammenzubringen. „Musik unterscheidet weder zwischen Religion noch Herkunft. Musik verbindet“, lautet die Message von Felizeter und Schwendinger.

50 Standorte

Die zwei jungen engagierten Vorarlberger führen dieses Projekt seit 2016 größtenteils ehrenamtlich und sehr erfolgreich durch. Das erste öffentlich zugängliche Piano stand in Wien. In den Bregenzer Seeanlagen steht es zum vierten Mal. Mittlerweile gibt es etwa 50 Standorte in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Prominente Gäste

Beim spontanen Musizieren an diesem Flügel erleben Felizeter und Schwendinger jedes Mal, wie Geflüchtete, Einheimische und Touristen aufeinander zugehen: „Menschen reden miteinander. Menschen umarmen einander. Menschen weinen“, erzählt Udo Felizeter. Letztes Jahr lauschten Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Landeshauptmann Markus Wallner und der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart als prominente Gäste dem Pianospiel am See. Vielleicht kommen sie auch heuer wieder vorbei.

Letztes Jahr hatte das Open Piano for Refugees prominente Gäste: LH Markus Wallner, Bgm. Markus Linhart und BP Alexander Van der Bellen. UF
Letztes Jahr hatte das Open Piano for Refugees prominente Gäste: LH Markus Wallner, Bgm. Markus Linhart und BP Alexander Van der Bellen. UF

Wo immer das Open Piano for Refugees bespielt wird, werden Spenden gesammelt, die in das soziale Musikinstitut DoReMi in Wien fließen. Im DoReMi können Geflüchtete und sozial Benachteiligte zusammen mit Einkommensstärkeren Musikunterricht beziehen. Derzeit werden durch dieses kulturelle Sozialprojekt 160 Schüler auf Basis „Zahl so viel du kannst“ unterrichtet. „Das Musikinstitut ist offen für alle“, informieren Felizeter und Schwendinger. Interessierte können einkommensschwache Personen auch mit einer Musikpatenschaft für 170 Euro pro Semester den Musikunterricht ermöglichen.

Positive Resonanz

„Wir glauben fest an die Wirksamkeit unseres Konzepts und werden von der positiven Resonanz, die wir erhalten, und den vielen fröhlichen Gesichtern immer wieder aufs Neue bestärkt und motiviert“, lassen die Organisatoren Udo Felizeter und Nico Schwendinger wissen. Sie hoffen, dass auch heuer wieder viele Menschen in die Tasten greifen.

Das Open Piano for Refugees ist von Mittwoch, 17. Juli bis Sonntag, 21. Juli, von 11:30 Uhr bis 21 Uhr bei gutem Wetter in Bregenz auf der Seepromenade bespielbar. Info: http://openpianoforrefugees.com