Freizeitmöglichkeiten in Vorarlberg am Tag hui, in der Nacht eher nicht

Vorarlberg / 18.07.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Skaterplätze gibt es genug. Eine Indoor-Möglichkeit fehlt allerdings.
Skaterplätze gibt es genug. Eine Indoor-Möglichkeit fehlt allerdings.

Jungpolitiker diskutieren, was Vorarlberg den Jugendlichen in der Freizeit bietet und was nicht.

Schwarzach Die Jugendzeit ist die schönste Zeit des Lebens, heißt es. Die Schule nervt zwar manchmal, auch die Eltern nicht selten. Aber Freizeit ist noch ein halbwegs vorhandenes Gut, das genutzt werden möchte. Ob am Wochenende, am Abend oder untertags, Vorarlberg hat einiges zu bieten, wie die Jugendpolitiker der fünf Landtagsparteien im Gespräch mit den VN betonen. Heute, Donnerstag, stellen sie sich beim Stammtisch der VN und der Poolbar in Frastanz den drängendsten Fragen der Jugend im Land. Eine davon: Wo gibt es in der Freizeitgestaltung Nachholbedarf?

Christina Metzler von der ÖVP lobt die Möglichkeiten tagsüber: „Da gibt es viele Möglichkeiten, sportlich als auch kulturell, Jugendplätze und Skateparks zum Beispiel, freie Zugänge zu Badebereichen und vieles mehr.“ Nachts sehe es allerdings anders aus: „Im Zusammenhang mit Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche hat Vorarlberg Nachholbedarf.“ Die Politik müsse Konzepte mit Betreibern erarbeiten, das Nachbarn, Discos und Jugend zugutekomme. Johannes Fitz (FPÖ) stellt ebenfalls fest, dass es im Rheintal viele Möglichkeiten gebe, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar seien. „Es gibt jedoch in manchen Bereichen Handlungsbedarf, für deren Umsetzung wir uns schon seit längerem einsetzen, zum Beispiel die Wälderhalle, eine Skaterhalle, für die Eisplatzarena Dornbirn und die Eishalle in Feldkirch.“

Kritik an Sperrstundenregel

Die grüne Landtagsabgeordnete Nina Tomaselli lobt den Nachtzug in Vorarlberg, der es Partygängern ermöglicht, in der Nacht sicher nach Hause zu kommen. Sie wünscht sich jedoch mehr Räume und Möglichkeiten, die Jugendliche für Gründungen und innovative Ideen nutzen können. „Insbesondere in den ländlicheren Gebieten wollen wir ein modernes Kultur- und Freizeitangebot fördern“, fährt sie fort. SPÖ-Kandidatin Jeannette Greiter ist überzeugt: „In kultureller und sportlicher Hinsicht gibt es genügend Angebote. Es sollte allerdings mehr für das Nightlife und mehr Konzerte geben.“ Fabienne Lackner von den Neos ist ebenfalls überzeugt: „Was die Freizeitgestaltung anbelangt, steht Vorarlberg gut da.“ Allerdings sieht auch sie Handlungsbedarf: „Vor Jahren sind die Skateboardrampen aus der Dornbirner Messehalle verschwunden. Die Skaterszene wartet seit dieser Zeit auf einen Indoor-Ersatz.“ Für das Nachtleben fordert sie eine neue Sperrstundenregel.

Die Rolle der Politik

Kann die Politik bei den Freizeitmöglichkeiten nachhelfen? Ja, meinen die Jungpolitiker unisono. Wie eben bei der Sperrstunde. „Vorarlberg hat die konservativste Sperrstundenregel“, ärgert sich Lackner. Auch Jeannette Greiter sieht die Politik in der Pflicht, schließlich schaffe sie die Rahmenbedingungen und fördere Aktivitäten. Johannes Fitz sieht ebenfalls die Förderung von Projekten als möglicher Ansatzpunkt der Politik. Wie Greiter verweist auch Nina Tomaselli auf die Rahmenbedingungen, für die die Politik verantwortlich ist. Christina Metzler ist überzeugt: „Gerade auf kommunaler Eben kann da sehr viel gemacht werden, was Sportstätten, Jugendplätze und so weiter angeht.“ Auch sie unterstreicht Förderungen (für Vereine) und Rahmenbedingungen (für Lokale und Diskos) als Gestaltungsmöglichkeit der Politik.

Die Diskussion beginnt um 18 Uhr im Schwimmbad Felsenau in Frastanz. Einlass ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Wir diskutieren im Freien, also Handtuch für die Liegewiese nicht vergessen. VN-mip