Rennen um Chefarztposten an drei Landeskrankenhäusern

Vorarlberg / 18.07.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ruth Krumpholz vom LKH Bludenz war 2013 die erste Chefärztin im Land. ARCHIV

In Bregenz, Hohenems und Bludenz stehen die Zeichen auf Verlängerung.

Feldkirch Gleich drei Landeskrankenhäuser brauchen wieder einen Chefarzt. Im LKH Bludenz ist der Vertrag von Primaria Ruth Krumpholz bereits ausgelaufen, im LKH Bregenz und im LKH Hohenems müssen die Karten bis 30. September neu gemischt werden. Allerdings stehen die Zeichen an allen angeführten Standorten auf Verlängerung. Krumpholz, die das LKH Bludenz seit 1. Juli 2013 als Chefärztin leitet, wurde bislang aber erst interimistisch für eine dritte Periode wiederbestellt. Der Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), Gerald Fleisch, argumentiert, man habe die anstehenden Ernennungen zusammenlegen wollen.

In Entscheidungen eingebunden

Chefärzte sind laut Spitalsdirektor wichtige strategische Partner und nicht nur für einen reibungslosen Ablauf auf ihren Stationen verantwortlich, sondern auch in alle Entscheidungen zur Unternehmensentwicklung eingebunden. Jedes Krankenhaus verfügt über eine sogenannte kollegiale Führung. Sie besteht aus der ärztlichen, der Pflege- sowie Verwaltungsdirektion. Ein Chefarzt bleibt im Normalfall drei Jahre in dieser Funktion, dann erfolgt entweder eine Wiederbestellung oder sein Job wird neu ausgeschrieben. Obwohl sich nur Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter bewerben können, die bereits im jeweiligen Krankenhaus tätig sind, muss eine Ausschreibung durchgeführt werden. „Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet“, betont Gerald Fleisch.

Das Interesse, sich in diesem Amt zu engagieren, ist seinen Aussagen zufolge da, wobei dessen Ausmaß naturgemäß von der Größe des Krankenhauses abhängt. Je mehr Abteilungen und damit Primarärzte, umso größer das personelle Reservoir. Die Entscheidung, wer von den sich bewerbenden Kandidaten zum Zug kommt, trifft die Geschäftsführung. Außerdem muss der Aufsichtsrat der KHBG die Personalie absegnen. „Die Festlegung auf einen Bewerber wird aber immer in Abstimmung mit den Primarärzten getroffen“, versichert Fleisch.

Kontinuität im Fokus

Gleichzeitig wird großer Wert auf Kontinuität gelegt. Will heißen, beinahe jeder Chefarzt geht in die Verlängerung, wie etwa der Chefarzt des LKH Feldkirch, Wolfgang Elsäßer. Für ihn begann am 1. Jänner 2019 die dritte Funktionsperiode. In den vergangenen sechs Jahren hat Elsäßer die wichtigsten Großprojekte am LKH Feldkirch begleitet. Ruth Krumpholz wurde ebenfalls zum dritten Mal als Chefärztin bestätigt, wenn vorerst auch nur vorläufig. „Wir haben aber schon mit ihr gesprochen, sie wird weitermachen“, kann Gerald Fleisch bestätigen.  

Für Michael Rohde (Bregenz) und Günter Höfle (Hohenems), läuft am 30. September 2019 die Zeit als Chefarzt erstmals ab. Doch auch bei ihnen sieht alles nach einer nächsten Runde aus. Gespräche mit beiden sind laut Fleisch im Gange. Einem ungeschriebenen Gesetz zufolge rücken übrigens meist die Stellvertreter in die erste Reihe, wenn der Chefarzt selbst nicht mehr will oder kann. Dann bleibt er der ärztlichen Führung als Stellvertreter erhalten. So war es beispielsweise bei Rohde, der auf Christian Huemer folgte, und bei Günter Höfle, der Peter Cerkl ablöste. Beide Primarärzte fungieren noch immer als Chefarztstellvertreter.