Zwei Vorarlberger Organisationen starten Nothilfe für Flutopfer in Nepal

Vorarlberg / 18.07.2019 • 18:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch die nepalesische Hauptstadt Kathmandu steht unter Wasser. ap
Auch die nepalesische Hauptstadt Kathmandu steht unter Wasser. ap

KATHMANDU, Bizau, Nüziders Sabine Klotz ist besorgt. „Bis Anfang Juli liefen alle unsere Projekte in Nepal wunderbar. Nun hat uns aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt die 33-jährige Bizauerin, die als Obfrau der von ihr gegründeten Hilfsorganisation Chay-Ya Austria in Nepal Gesundheitsposten und Schulen bauen lässt und ein Heim, in dem rund 50 behinderte Kinder leben, unterstützt.

Derzeit baut Chay Ya eine Schule für 400 Kinder im Dorf Bhediyahi im Distrikt Rautahat, Parsa. „Dort leben 1000 Familien, deren Lehmhäuser gerade fortgeschwemmt wurden oder unter Wasser stehen“, berichtet Sabine Klotz. „In dem schon fertig gestellten Teil der Schule drängen sich die Menschen, da es einer der einzigen trockenen Orte des Dorfes ist.“

Millionen Menschen betroffen

Die Schule wurde zwar wegen der Überschwemmungsgefahr auf einer erhöhten Plattform gebaut, aber wenn der Monsunregen weiter so stark anhält, ist auch das nicht hoch genug. Die Chay Ya-Obfrau hofft, dass das Wasser nicht mehr weiter steigt.“ Die Menschen in der Region Rautahat haben alles verloren, berichtet Sabine Klotz weiter, „über 80 Prozent des Distrikts stehen unter Wasser“.

Der heftige Monsunregen in Südasien hat bislang mehr als 200 Menschenleben gefordert. Allein im Himalaya-Staat Nepal starben über 80 Personen. Die Regenmassen lösten vielerorts Erdrutsche aus, zerstörten Häuser, spülten Ernten auf den Feldern weg und betreffen so Millionen Menschen.

Die Lage bleibt dramatisch. Der Monsun soll nämlich auch in den nächsten Tagen im ganzen Land aktiv sein und weitere massive Schäden anrichten. Es regnet also ununterbrochen, was die Gefahr von Sturzfluten und Erdrutschen erhöht.

„Überlebenswichtig sind jetzt Nahrungsmittel, Zeltplanen und Wasserreinigungstabletten wegen der Cholera-Gefahr“, erklärt die Chay Ya-Obfrau Sabine Klotz, die gemeinsam mit der Hilfsorganisation „Let the Children walk“ aus Nüziders mit Obmann Wolfgang Bartl Nothilfe vor Ort leistet. Konkret wollen die beiden Organisationen 2500 Flutopfer mit Nothilfepaketen versorgen. Deren Inhalt sind Hygieneartikel, Wasserreinigungstabletten, Moskitonetze, Zeltplanen und die Essensrationen für eine Woche.

Gute Nachricht vom Land

Am Donnerstag erreichte Sabine Klotz und Wolfgang Bartl eine gute Nachricht: „Landesrat Johannes Rauch hat uns Unterstützung zugesagt. Das Land Vorarlberg gibt uns für das Nothilfeprojekt 20.000 Euro“, teilte Klotz den VN mit. Um das gesamte Hilfsprojekt zu finanzieren, müssen jetzt noch 7000 Euro von privaten Spendern aufgebracht werden. Klotz und Bartl versichern, dass die Spenden zu 100 Prozent sofort und direkt nach Nepal gelangen. VN-HRJ

Spendenkonto: Chay Ya Austria, Betreff: Flut, Raiffeisenbank am Bodensee, BIC: RVVGAT2B431,  IBAN: AT503743100000322974