Integra stellt sich neu auf

Vorarlberg / 22.07.2019 • 17:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nach Turbulenzen und Entlassung eines Geschäftsführers startet Optimierungsprozess.

Wolfurt Angefangen hat alles mit einem Bericht über einen ehemaligen Finanzbetrüger, der bei Integra als Bereichsleiter angestellt war. Den vorläufigen Höhepunkt fand die Aufregung um das Unternehmen vor zwei Monaten, als einer der beiden Geschäftsführer fristlos entlassen wurde. Die Gesellschafter starten nun den Neuanfang. Rainer Keckeis, Direktor der Vorarlberger Arbeiterkammer und damit des größten Gesellschafters, hat alle Mitarbeiter zu einer Informationsveranstaltung am 30. Juli eingeladen. Thema: der interne Optimierungsprozess.

Die Einladung zur Informationsveranstaltung liegt den VN vor. Darin heißt es: „Mit diesem Prozess starten wir sofort und werden demnächst die Stelle eines kaufmännischen Geschäftsführers ausschreiben. Zudem haben wir eine fachlich ausgewiesene Kapazität für die externe Begleitung unseres internen Optimierungsprozesses engagiert.“ Wie der Prozess aussieht und wie die Mitarbeiter eingebunden werden, möchte Keckeis erst am 30. Juli bekannt geben. Auch, welcher Unternehmensberater beauftragt wurde, sagt er noch nicht. Bekannt ist, dass der ehemalige Getzner-Textil-Geschäftsführer Josef Lampert seit einigen Wochen ehrenamtlich mitarbeitet. Auch der stellvertretende AK-Direktor Gerhard Ouschan hilft bei Integra aus.

Lange Geschichte

2013 fusionierten die Unternehmen Werkzeit und Integra. Laut Keckeis wurde die Fusion nie abgeschlossen. „Es gab weiterhin zwei Zeiterfassungssysteme, die von den Mitarbeitern abwechselnd verwendet wurden“, erklärt er. Außerdem habe jener Mitarbeiter, der für kaufmännische Belange zuständig war, das Unternehmen vor zwei Jahren verlassen. „Seitdem haben sich die beiden Geschäftsführer den Bereich geteilt“, fährt Keckeis fort. Nun wird explizit ein kaufmännischer Leiter gesucht. Keckeis betont, dass der zweite Geschäftsführer, Stefan Koch, im Amt bleibe. „Integra hat schwarze Zahlen geschrieben. Die Geschäftsführer haben also sicher etwas richtig gemacht“, ist er überzeugt.

Die Causa kam ins Rollen, als bekannt wurde, dass ein ehemaliger Finanzbetrüger mit offener Haftstrafe in einer Führungsposition beschäftigt war. Die Integra ließ sich daraufhin freiwillig vom Landesrechnungshof durchleuchten. Die Prüfer fanden unter anderem ein Sparbuch mit 3800 Euro, die nicht ordentlich verbucht wurden. Nach Bekanntwerden musste vor zwei Monaten einer der beiden Geschäftsführer gehen. Was noch im Rechnungshofbericht steht, ist nicht bekannt. Er wird am 2. August präsentiert. VN-mip, wpa

„Integra schreibt nach wie vor schwarze Zahlen. Es wurde also etwas richtig gemacht.“