Eine laut tönende Aktion

Vorarlberg / 23.07.2019 • 16:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Am Freitag kommt der Hunger österreichweit an die große Glocke.

Schwarzach Es ist mehr als nur ein heiliges Bimbam. Am Freitag (26. Juli) setzt die katholische Kirche ein weithin hörbares Zeichen gegen den Hunger. Um 15 Uhr läuten in rund 3000 Pfarrgemeinden in ganz Österreich mindestens fünf Minuten lang die Kirchenglocken. Die laut tönende Aktion zur Sterbestunde Jesu soll darauf aufmerksam machen, dass noch immer jeden Tag Frauen, Männer und Kinder an Hunger oder an den Folgen von Hunger sterben. „Wir wollen und wir dürfen uns damit nicht abfinden. Hunger ist kein Naturgesetz. Wir haben heute die Fähigkeiten, Mittel und Möglichkeiten, um den Hunger in der Welt zu beseitigen, wir müssen es nur tun! Die Aktion ‚Glocken gegen den Hunger‘ ist ein Weckruf für uns alle, aufzustehen gegen die ungeheuerliche Tatsache, dass auch heute noch Menschen Hunger leiden müssen. Unsere Solidarität ist gefragt, und konkrete Hilfe“, betonen Bischof Benno Elbs und Caritas-Präsident Michael Landau in einer Aussendung.

821 Millionen Hungernde

Laut den Vereinten Nationen bekommen derzeit rund 821 Millionen Menschen weltweit nicht genug zu essen. 113 Millionen Menschen sind von akutem Hunger betroffen. Jedes dritte Kind in Afrika ist chronisch unterernährt. „Diese Kinder sind zu klein für ihr Alter, ihre Organe wachsen nicht, sie können sich körperlich und geistig nicht altersgemäß entwickeln“, verdeutlicht Landau. Mit der Unterstützung der Spender hat sich die Caritas zum Ziel gesetzt, 40.000 Familien in 15 afrikanischen und asiatischen Ländern dabei zu unterstützen, ihre Ernährung langfristig zu sichern und sie vor den Langzeitfolgen von Hunger und Unterernährung zu bewahren. „Als Kirche setzen wir mit dem österreichweiten Glockenläuten ein starkes Signal. Und die rund 3000 Pfarrgemeinden Österreichs drücken als Teil der Weltkirche damit aus, dass uns das Leid in anderen Teilen der Welt etwas angeht“, unterstreichen Elbs und Landau. Die Aktion „Glocken gegen Hunger“ findet in Österreich zum dritten Mal statt. Erstmals mit an Bord ist heuer die Diözese Bozen-Brixen in Südtirol. „Es darf aber auch eine Fahrradglocke betätigt oder eine Kuhschelle geläutet werden. Und natürlich kann auch das Glockenläuten am 26. Juli um 15 Uhr selbst gepostet werden“, ruft die katholische Kirche mit dem Hashtag #GlockengegenHunger zum Mitmachen auf. In Vorarlberg läutet auf jeden Fall die youngCaritas mit und macht um 13.30 Uhr bei einem Fahrrad-Korso durch Dornbirn mit Fahrradglocken auf das Thema Hunger aufmerksam.

Klimakrise

Neben Konflikten gilt die Klimakrise als Hauptursache der Nahrungsmittelnot. „Hier kommt es auf jede und jeden Einzelnen an, aber auch auf das offizielle Österreich und ein starkes, solidarisches Europa“, bekräftigen Bischof Benno Elbs und Caritas-Präsident Michael Landau. „Hier wird es nur gemeinsame Lösungen geben können. Mit nationalstaatlichem Egoismus kommen wir nicht weiter.“

„Wir wollen und wir dürfen uns damit nicht abfinden. Hunger ist kein Naturgesetz.“