Rechnungshof kritisiert das Vorgehen der AK bei Integra

Vorarlberg / 23.07.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Vorgehen des Integra-Hauptgesellschafters (AK Vorarlberg) irritiert die Landesrechnungshofdirektorin. VN/PAULITSCH

Die Landesrechnungshofdirektorin Brigitte Eggler-Bargehr wirft den Integra-Gesellschaftern vor, die vereinbarte Vertraulichkeit zu brechen.

Wolfurt Bei Prüfungen des Rechnungshofs läuft es in der Regel so: Die Geprüften erhalten den Bericht früher, damit sie Stellung beziehen können. Diese Stellungnahmen werden in den Bericht eingearbeitet, manche vom Rechnungshof zudem kommentiert. Erst wird der Prüfbericht gedruckt und wird präsentiert. Bis dahin schweigen Prüfer und Geprüfte. Der Landesrechnungshof möchte den Prüfbericht zur Integra am 2. August präsentieren. Wie die VN berichteten, hat der Integra-Hauptgesellschafter, die Vorarlberger Arbeiterkammer (AK), zu einer Mitarbeiterinformationsveranstaltung eingeladen. Thema: interner Optimierungsprozess. Datum: 30. Juli, drei Tage vor der Präsentation. Landesrechnungshofdirektorin Brigitte Eggler-Bargehr ärgert sich darüber. Sie wirft Integra und AK vor, gegen die vereinbarte Vertraulichkeit zu verstoßen.

Die Integra gilt als einer der Eckpfeiler des zweiten Arbeitsmarkts in Vorarlberg. Seitdem bekannt wurde, dass ein ehemaliger Finanzbetrüger mit offener Haftstrafe als Bereichsleiter angestellt war, befindet sich das Unternehmen allerdings in erheblichen Turbulenzen. Um Aufklärungswillen zu zeigen, hat die Integra-Geschäftsführung deshalb dem Landesrechnungshof eine volle Prüfung erlaubt. Bereits im Mai gab die Integra erste Ergebnisse bekannt: Es sei ein Sparbuch gefunden worden, das nicht ordentlich verbucht wurde. Einer der beiden Geschäftsführer musste daraufhin die Integra verlassen.

Verwunderte Direktorin

Nun startet also die Neustrukturierung. Ein neuer Geschäftsführer wird gesucht, zudem sollen Mitarbeiter am Prozess teilnehmen, weshalb am 30. Juli eine Versammlung abgehalten wird. AK-Direktor Rainer Keckeis erklärte in den VN, wo angesetzt werde: So gebe es zum Beispiel zwei verschiedene Zeiterfassungssysteme und wenig interne Kontrolle. Mit diesen Aussagen greife er Empfehlungen des Rechnungshofs auf, ist Eggler-Bargehr überzeugt. „Ich bin verwundert, dass die Integra damit an die Öffentlichkeit gegangen ist“, fährt sie fort. Sie habe ihre Kritik auch direkt beim Unternehmen deponiert. „Mir wurde zwar erklärt, dass inhaltlich nicht auf den Bericht eingegangen werde. Aber warum hält man die Versammlung dann drei Tage vor der Präsentation ab? Gerade wenn man weiß, wie schnell in der Vergangenheit Dinge an die Öffentlichkeit gelangt sind“, fragt sich die Rechnungshofdirektorin. „Das finde ich eigenartig.“

Auch FPÖ-Klubobmann Daniel Allgäuer ist überzeugt: „Mit dem angekündigten Optimierungsprozess wird offensichtlich die Flucht nach vorne angetreten und es liegt die Vermutung nahe, dass der Prüfbericht ordentlich Druck auf die Verantwortlichen erzeugt hat.“ Allgäuer als Abgeordneter und Kontrollausschuss-Vorsitzender erhält den Bericht wie alle anderen am 2. August.