Göfner Freiheitliche kritisieren „sinnfreie Projekte“

Vorarlberg / 26.07.2019 • 17:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Göfner Freiheitliche kritisieren die geplante Renaturierung eines Parkplatzes bei der Sebastiankirche, scharf.

Zwei mit großer Mehrheit beschlossene Infrastrukturmaßnahmen werden von der FP Göfis scharf kritisiert: 180.000 Euro würden verschwendet.

Gernot Schweigkofler

Göfis In der Göfner Gemeindevertretung haben die schwarze Ortsliste und die grüne Bürgerliste mit je zehn Mandataren das Sagen, die Freiheitlichen spielen mit nur vier Mandaten eine kleinere Rolle. Jetzt melden sich die Blauen aber mit massiver Kritik an zwei jüngst beschlossenen Vorhaben zu Wort. „Immer wiederkehrende sinnfreie Projekte zu Lasten des Steuerzahlers“ betiteln sie eine Presseaussendung.

Hart kritisieren die Freiheitlichen dabei die geplante Neugestaltung eines Parkplatzes bei der Sebastiankirche, die gegen die Stimmen der Freiheitlichen beschlossen wurde. Der Parkplatz sei bautechnisch in einwandfreiem Zustand, es bestehe also kein Sanierungsbedarf. 70.000 Euro seien hier veranschlagt worden, wobei es auch fraglich sei, ob es bei diesen Kosten bleiben wird. Geplant ist, eine Wiese zu erweitern. Wie die Freiheitlichen vorrechnen gehen dadurch zwei der ohnehin raren Parkplätze verloren. Für die Freiheitlichen ein Schildbürgerstreich, der zudem erhöhte Folgekosten mit sich bringen werde.

FP-Kritik an Projekten in Göfis.
FP-Kritik an Projekten in Göfis.

Im zweiten Fall geht es um die Ortseinfahrt an der L 66 von Feldkirch kommend: Hier soll der aus Feldkirch kommende Verkehr eingebremst werden. Im Zuge der geplanten Totalsanierung der Landesstraße will die Gemeinde direkt bei der Ortseinfahrt eine Verkehrsinsel in die Straße einbauen, um die Autofahrer einzubremsen. Die Situation ist brisant, denn gleich nach der Ortseinfahrt befinden sich der neue Kindergarten Hofen und eine ungesicherte Kreuzung.

Hier lautet der Vorwurf, dass eine Bremsinsel zum Einen nur den Verkehr aus Feldkirch einbremse, nicht zu schnelle Fahrer, die Göfis verlassen. Zudem müsste aufgrund der Lage die Insel wohl befahrbar sein. „Da ist es überhaupt fragwürdig, ob eine Temporeduktion eintritt“, erklärt Fraktionsobmann Matthias Gabriel. 53.000 Euro veranschlage die Gemeinde, auch der gleich große Anteil des Landes treffe die Steuerzahler. Die Göfner Blauen glauben, dass das Geld besser investiert werden könnte: Ihr Vorschlag wäre es, einen Radarkasten anzubringen, der in beide Richtungen misst. Außerdem solle eine Tempo-40-Zone vom Ortsanfang bis zum Gasthaus Waldrast geschaffen und bei der Kreuzung ein Fußgängerübergang markiert werden.

Kritik wird zurückgewiesen

Die Bürger- und die Dorfliste weisen die Kritik in Stellungnahmen gegenüber den VN zurück. Über Maßnahmen wie den Parkplatz lasse sich immer streiten, erklärt Bürgermeister Thomas Lampert, das Projekt sei jedenfalls das Ergebnis der intensiven Arbeit einer ehrenamtlichen Gruppe, die an der Aufwertung der Freiräume arbeite. Der Der Grundsatzbeschluss sei jedenfalls mit einer Förderzusage sowie einer Kostenobergrenze verknüpft. Vizebürgermeisterin Terzer, von der Bürgerliste, sieht in der Renaturierung eine konsequente Fortsetzung bisheriger Maßnahmen, es würde ein weiterer öffentlicher Platz mit Sitzgelegenheiten geschaffen und eine versiegelte Fläche entsiegelt. Es werde außerdem kein Parkplatz verloren gehen.

Auch bei der Ortseinfahrt sind sich der Bürgermeister und seine Stellvertreterin einig. „Im Sinne der Sicherheit unserer Kinder ist das eine absolut wichtige und richtige Maßnahme“, erklärt Lampert. Die Situation habe sich durch das Kinderhaus deutlich verschärft. Deshalb habe sich die Gemeinde in die geplante Sanierung der Straße eingebracht und die Bremsinsel als Verkehrsberuhigungsmaßnahme eingefordert. Die veranschlagten Kosten von 107.000 Euro seien jedenfalls die Obergrenze. Dass die Maßnahme nur von Feldkirch her kommend eine Wirkung erziele, sei für Lampert nicht nachvollziehbar. „Bei der Ortsausfahrt ist durch die örtliche Gegebenheit die Gefahr der erhöhten Geschwindigkeit nicht groß.“ Auch Terzer ist überzeugt, die Kosten seien zwar hoch „aber mehr als gerechtfertigt.“