SPÖ fordert Pfändertunnel für den Zug

Vorarlberg / 26.07.2019 • 19:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Landesabteilung entgegnet SPÖ-Vorschlag: Kosten für 14 Züge zu hoch.

Bregenz Lange wurde gebaut, Millionen wurden investiert, zur Eröffnung kam die ganze Landesprominenz. Im vergangenen Jahr wurde der neue Güterbahnhof in Wolfurt eröffnet. Er soll die starke Vorarlberger Exportwirtschaft unterstützen und vor allem dabei helfen, Güter auf die Schiene zu bringen. Nur: Lkw, die ihre Container nach Wolfurt bringen möchten, können dies nur aus einer Richtung tun. Nach wie vor wartet der Bahnhof auf einen Autobahn-Vollanschluss. Das soll sich ändern, fordert nun die Vorarlberger SPÖ als Teil eines Pakets, um den Güterbahnhof „zukunftssicher“ zu machen, wie sie es nennen.

Die Exportwirtschaft in Vorarlberg boomt. Das Exportvolumen der Vorarlberger Unternehmen stieg von 8,87 Milliarden  im Jahr 2014 auf 10,4 Milliarden  im Vorjahr. Der Güterbahnhof in Wolfurt sei für die steigenden Exporte gerüstet, betont SPÖ-Chef Martin Staudinger. Andere Bereiche der Infrastruktur würden allerdings fehlen. Ein großes Problem sei das Nadelöhr in Bregenz. Der Vorschlag der SPÖ: Man könnte einen Pfändertunnel für den Güterbahnverkehr bauen. Die Güterzüge wären weg vom See, was weniger Lärm und Verkehr bedeute, gleichzeitig stiege die Kapazität für den Personennahverkehr.

Derzeit zwei Züge

Die zuständige Abteilung im Landhaus ist skeptisch. Eine Studie habe errechnet, dass bis ins Jahr 2040 14 Güterzüge pro Tag auf dieser Strecke fahren. Heute sind es durchschnittlich einer bis zwei. „Infrastrukturell besteht somit bereits das fünffache Potenzial“, heißt es auf VN-Anfrage. Ein Gleis durch den Pfändertunnel für etwa 14 Züge pro Tag komme deshalb kaum infrage.Was den Ausbau des Autobahnanschlusses betrifft, verweist die Landesabteilung auf das Mobilitätspaket, das kürzlich von der Landesregierung beschlossen wurde. Der Wolfurter SPÖ-Gemeinderat Michael Pompl sieht darin allerdings nicht nur Positives: „Was die Umstellung des Güterverkehrs auf die Schiene betrifft, fehlen langfristige Maßnahmen.“

Aus dem Landhaus heißt es, dass für den Vollanschluss ein ganzes Maßnahmenbündel geschnürt wurde. Darin ist zum Beispiel der Umbau der Einmündung der Konrad-Doppelmayr-Straße in die L 41 durch die Gemeinde enthalten. Parallel zum Ausbau des Güterterminals habe das Land die Gespräche mit der Asfinag und den Gemeinden intensiviert und verkehrsplanerische Untersuchungen vorgenommen. Als Nächstes stehe eine Grundsatzvereinbarung an, dann könne ein Umsetzungszeitplan erstellt werden. Alles zusammen dürfte rund 40 Millionen Euro kosten, über deren Aufteilung verhandelt werde. VN-SEA, MIP