LKH Feldkirch erhält OP-Roboter

Vorarlberg / 29.07.2019 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Den Operateuren im LKH Feldkirch steht bald ein Roboter zur Seite. KHBG

Millionenschwere Investition im Budget für 2020 eingeplant.

Feldkirch Geprüft wurde, jetzt ist es fix. Das Landeskrankenhaus Feldkirch wird mit einem robotergestützten Operationssystem ausgerüstet (die VN berichteten). Die Investitionskosten von rund 4,4 Millionen Euro sind im Budget für das Jahr 2020 enthalten. Das bestätigte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard auf VN-Nachfrage. Der im Herbst aus seinem Amt scheidende ÖVP-Politiker betonte außerdem explizit, dass er das Projekt noch verwirklicht sehen wolle. „Ich möchte, dass wir diese moderne Technologie in den kommenden Jahren in Feldkirch anbieten können“, erklärte Bernhard. Er begründet den Nachdruck mit der Patientenversorgung sowie der Notwendigkeit, auch in der Ärzteausbildung neueste Technik zur Verfügung zu stellen. In Deutschland beispielsweise müssen Bewerber für chirurgische Fächer teilweise schon heute nachweisen, dass sie zumindest über Erfahrungen am Robotersimulator verfügen.

Personalprobleme lösen

Christian Bernhard weiß allerdings um die Kritik an dieser millionenschweren Anschaffung, besonders in Bezug auf die Personalproblematik, mit der das LKH Feldkirch seit der Inbetriebnahme der großzügigen OP-Spange zu kämpfen hat. Ein Robotersystem würde zusätzliche OP-Mitarbeiter erfordern. Laut Bernhard braucht es eine Balance zwischen Infrastruktur und Personal. Deshalb wird 2020 auch ordentlich in die personelle Aufstockung investiert, um die vorherrschenden Engpässe auf Dauer zu beseitigen. Der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) Gerald Fleisch meinte dazu, eine Implementierung der neuen Operationsmethode würde zudem sehr behutsam erfolgen. Außerdem müsse auch eine längere Trainingsphase mit einberechnet werden. Geplant ist der Kauf des „DaVinci X“-Systems. Medizinische Einsatzbereiche im Landeskrankenhaus Feldkirch wären Gynäkologie, Urologie sowie Chirurgie. Die rund 4,4 Millionen Euro, die das System für ein roboterunterstütztes Operieren kostet, setzen sich zusammen aus 990.000 Euro für den Roboter selbst sowie 3,4 Millionen Euro für Instrumente, Service und Trainingsprogramm gerechnet auf eine Laufzeit von fünf Jahren.

Ängste zerstreut

Weltweit sind über 5000 solcher Systeme im Einsatz. In Österreich gibt es zehn Krankenhäuser und Kliniken, in denen diese Methode genutzt wird. Schon im Vorfeld haben die Spitalverantwortlichen etwaige Ängste zerstreut. Es gehe nicht darum, den Menschen am OP-Tisch durch Roboterarme zu ersetzen, sondern die Möglichkeiten bei schwierigen und umfangreichen Eingriffen durch Robotertechnik zu erweitern und Operationen dadurch noch sicherer zu machen. Diese Technik lässt es unter anderem zu, die Position und Orientierung der Instrumente mithilfe einer speziellen Kamera in Echtzeit zu kontrollieren. Roboterarme passen sich über die Führung der Instrumente sowie der Kamera überdies den Bewegungen des Bedieners mit Handcontrollern an.