Bergsteiger unter Felsbrocken eingeklemmt

30.07.2019 • 11:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wegen des witterungsbedingten Ausfalls des Hubschraubers musste der Verletzte mittels Tragbahre transportiert werden. Bergrettung Riezlern
Wegen des witterungsbedingten Ausfalls des Hubschraubers musste der Verletzte mittels Tragbahre transportiert werden. Bergrettung Riezlern

Rettungsaktion bei dichtem Nebel nach Alpinunfall im Kleinwalsertal.

Riezlern Zunächst ging alles gut: Ein 53-jähriger Deutscher und sein 20-jähriger Sohn entschlossen sich am Montag zu einer Bergtour auf den 2260 Meter hohen „Schüsser“ (Oberstdorfer Hammerspitze) im Kleinwalsertal und erreichten planmäßig den Gipfel.

Vier Meter abgestürzt

Beim Abstieg gegen 16 Uhr geschah dann allerdings das Unvorhergesehene. Als die beiden gut ausgerüsteten Alpinisten vom Gipfel des „Schüsser“ auf dem alpinen Steig in Richtung Fiderepasshütte unterwegs waren, ging der Vater voraus und kletterte etwa 140 Meter unterhalb des Gipfels um eine Felskante herum. Dabei löste sich unter den Beinen des 53-Jährigen ein 1,20 Meter großer Felsbrocken. Der Mann wurde daraufhin vier Meter in die Tiefe gerissen und blieb anschließend unter dem Felsbrocken eingeklemmt liegen.

Sein Sohn kam ihm sofort zu Hilfe. Es gelang ihm glücklicherweise, seinen Vater aus der misslichen Lage zu befreien. Allerdings hatte der Verunglückte beim Absturz mittelschwere Verletzungen erlitten, weshalb sein Sohn einen Notruf absetzte.

Wegen des dichten Nebels war eine Rettung mittels dem Notarzthubschrauber „Gallus 1“ allerdings unmöglich. Die schlechten Sichtbedingungen erlaubten keinen direkten Anflug zum Einsatzort am Steig. So musste der Notarzt gemeinsam mit der Bodentruppe der Bergrettung Kleinwalsertal zu Fuß zum verletzten Alpinisten aufsteigen. Dazu wurde auch die Materialseilbahn benutzt.

Weitere Einsätze

Nach dem Erreichen des Unfallorts transportierten die Bergretter den Patienten zur Fiderepasshütte. Von dort ging es dann per Bahn ins Tal und weiter mit dem Notarztwagen zum Krankenhaus.

Nach einer kleinen Zwischenstation in der Fiderepasshütte wurde der Deutsche zu Tal gebracht.
Nach einer kleinen Zwischenstation in der Fiderepasshütte wurde der Deutsche zu Tal gebracht.

Noch während dieser Einsatz lief, wurde ein zweiter Verletzter an der Sonnenalpe gemeldet. Auch dieser wurde von den Bergrettern versorgt und per Fahrzeug ins Tal transportiert. Um 20.30 Uhr musste die Bergrettung noch zu einer Suchaktion nach einem dementen älteren Mann aufbrechen, die glücklicherweise noch innerhalb der ersten Stunde erfolgreich verlief.