„Kammerumlage 2 gehört abgeschafft“

Vorarlberg / 02.08.2019 • 19:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Neos-Mandatar Gerald Loacker fordert Ende der zweiten Kammerumlage.

Feldkirch Die Wirtschaftskammer finanziert sich aus mehreren Arten von Mitgliedsbeiträgen. Es gibt die Kammerumlage 1, die Kammerumlage 2 und die Grundumlage. Kammerumlage 1 und 2 errechnen sich aus dem Umsatz (Vorsteuer, Erwerbsteuer und so weiter) und der Zahl der Mitarbeiter anhand der Lohnsumme. Die zweite Kammerumlage steigt also je nach Bruttolohn. Das Geld fließt direkt in die Kammer, während sich die Fachgruppen aus der Grundumlage finanzieren, die ebendort auch beschlossen wird. Die Einnahmen der Kammerumlage 2 seien von 2017 auf 2018 um 8,78 Prozent gestiegen, rechnen die Neos aus dem Rechnungsabschluss der Vorarlberger Wirtschaftskammer vor. Neos-Abgeordneter Gerald Loacker ist überzeugt: „Die Wirtschaftskammer schneidet bei jeder Lohnerhöhung mit. Die Vorarlberger Unternehmer zahlen viel Geld, damit eine Zwangsorganisation immer mehr Speck ansetzt.“

Im Jahr 2018 seit, fast eine Million Euro Rücklagen zugewiesen worden. „Damit sitzt die Vorarlberger Wirtschaftskammer auf insgesamt 23 Millionen Euro Gewinnrücklagen“, fährt Loacker fort. Er hat die Kammerumlage 2 im Visier. „Diese Abgabe wurde in den 70er Jahren als Provisorium eingeführt, existiert aber heute noch. Das wollen wir beenden, um die Unternehmer zu entlasten.“ In einem ersten Schritt soll die Umlage drastisch gesenkt, in einem zweiten Schritt abgeschafft werden.

Sasha Petschnig, Sprecher der Neos-Wirtschaftsfraktion Unos, stellt das komplette Umlagesystem infrage: „Eine Kammer, die mit Leistung überzeugt braucht keinen Zwang. Freiwillige Mitgliedschaft würde aus Zwangsmitgliedern Kunden machen.“