Neun Listen treten zur Nationalratswahl an – Bernhard Amann für Peter Pilz

Vorarlberg / 02.08.2019 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Einige Kandidaten (von links): Hubert Nussbaumer, Bernhard Amann, Bundesparteichefin Maria Stern, Esther Mathis und Michaela Mathis. VN/Prock

Mit dem Hohenemser Vizebürgermeister Bernhard Amann hat die Partei von Peter Pilz einen prominenten Spitzenkandidaten an Land gezogen.

Bernhard Amann erklärt, weshalb er antritt.

Bernhard Amann kann es nicht lassen. Der Hohenemser Vizebürgermeister wagt sich erneut auf überkommunales politisches Terrain. Amann kandidiert und werkelt in Hohenems zwar gemeinsam mit den Grünen, bei der Nationalratswahl am 29. September geht er jedoch für die Konkurrenz ins Rennen: Am Freitag präsentierte Jetzt-Obfrau Maria Stern Bernhard Amann als Vorarlberger Spitzenkandidaten. Er sei ein Mann, der die Probleme des Volkes kenne, weil er täglich damit zu tun habe, im Gegensatz zu vielen anderen Politikern in Wien, allen voran ÖVP-Chef Sebastian Kurz. Amann selbst ergänzte: „Ich will die Nöte und Ängste der Menschen in die Politikblase kommunizieren.“ Am Freitag um 17 Uhr endete die Einreichfrist für die Nationalratswahl. In Vorarlberg werden neun Listen auf dem Stimmzettel stehen.

In Hohenems arbeitet er mit seinen Emsigen seit der Gemeindewahl 2010 mit den Grünen zusammen. Am 25. April trat Amann bei der grünen Landesversammlung in Hohenems als Vizebürgermeister und Gastgeber auf. Stadtratskollegin Patrizia Tschallener geht als Nummer 2 auf der Landesliste für die Grünen ins Rennen. Die Kandidatur für Peter Pilz habe er mit seinen Fraktionskollegen nicht besprochen: „Sie haben mich ja auch nicht gefragt, ob die Grünen kandidieren können.“ Amann möchte lieber über etwas anderes sprechen. „Derzeit diskutieren wir die ganze Zeit über Schreddern und so weiter“, fährt er fort. „Aber die Politik soll für jene da sein, die in Not geraten sind. Es gibt viele, die werden nicht gehört. Das sind die sogenannten Unsichtbaren. Sie brauchen eine Stimme.“

Er sei ein politisch Unintegrierbarer, weshalb ihm die Partei von Peter Pilz sympathisch gewesen sei. „Ich wurde schon länger gefragt, habe mich aber recht kurzfristig entschieden. Es gibt keinen Klubzwang, verschiedene Ideologien haben Platz. Wie bei uns in Hohenems“, fährt Amann fort. Man werde als eigenständige Vorarlberger Gruppe antreten. Bei der Integrationspolitik zum Beispiel sei er mit Pilz nicht einer Meinung. Amann hat einige Mitstreiter überzeugt. Zum Beispiel die Dornbirner Arztassistentin und Künstlerin Esther Mathis, den Filmproduzenten Günter Nussbaumer aus Sulzberg, Bürokauffrau und Flüchtlingshelferin Michaela Mathis aus Götzis und die ehemalige Hohenemser SPÖ-Politikerin Elisabeth Märk.

Die Konkurrenz ist groß. Neben den Nationalratsparteien ÖVP, SPÖ, FPÖ und Neos haben es in Vorarlberg die Grünen, die Partei GILT, die Partei Wandel und die Alternativen Listen aus KPÖ Plus, Linke und Unabhängige geschafft.

Bernhard Amanns politisches Wirken wird unweigerlich mit der Forderung nach einer liberalen Drogenpolitik verbunden. „Unsere Bürgerinitiative zur Gleichstellung von Alkohol und Cannabis war die dritterfolgreichste in Österreich.“ Decken sich seine drogenpolitischen Vorstellungen mit jenen der Liste Jetzt? „Keine Ahnung“, sagt Amann. „Das kann ich bestätigen“, sagt auch Maria Stern.

Bei der Landtagswahl wird Amann nicht antreten.