Unmengen von Müll auf den Raststätten

04.08.2019 • 15:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf den Autobahnraststätten wird viel Abfall entsorgt.steurer
Auf den Autobahnraststätten wird viel Abfall entsorgt.steurer

Asfinag entsorgte 600 Tonnen Abfall entlang Vorarlbergs Autobahn.

hohenems Plastikflaschen, Müllsäcke, Autoreifen und manchmal sogar Kühlschränke finden Franz-Josef und seine Kollegen auf Vorarlbergs Rastplätzen. Franz-Josef, 56, ist Streckenpolier der Asfinag und für die Streckenfahrer des Autobahnbetreibers im Land verantwortlich. Bis zu zwei Mal täglich zwischen fünf Uhr morgens und 23 Uhr fahren sie die Rastplätze an und sammeln herumliegenden Müll ein. Damit verhindern sie, dass Tiere, etwa Ratten, Füchse und Dachse, sich über den Abfall hermachen. Allein in Vorarlberg fielen 2018 rund 600 Tonnen Müll an den Autobahnraststätten an.

Stinkender Restmüll

Zwei Mal pro Woche, montags und freitags, kommt der Müllabfuhrdienst. „Der Müll liegt also nicht lang in den Containern und stinkt daher nicht so sehr“, erklärt Franz-Josef. Schlimm sei es, wenn Rastplatznutzer alten, stinkenden Restmüll neben den Containern auf den Rastplätzen abladen. Der Müllabfuhrdienst leert die Container und Mülltonnen, danebenstehende Müllsäcke und Sondermüll nimmt er nicht mit. „Um die müssen wir uns als Streckendienst der Asfinag kümmern“, informiert Franz-Josef. Dieser Abfall wird nach Hohenems auf das Werksgelände der Asfinag gebracht und in verschiedene Container sortiert. Franz-Josef zufolge laden manche Leute ihren Müll auf den Rastplätzen ab, um Kosten zu sparen. „Es ist aber auch Müll dabei, der gratis entsorgt werden könnte“. Oft staunt er, „was da für Sachen entsorgt werden“. Dabei verweist er auf illegal abgeladenen Haus- und Sondermüll, wie etwa Elektrogeräte und Bauschutt. Wird ein Hinweis auf den Verursacher gefunden, erstattet die Asfinag Anzeige. „Dieses Problem muss allerdings österreichweit angegangen werden“, ist Franz-Josefs Ansicht. Die Asfinag werde indes zukünftig die Kontrollen verschärfen. Die Anzeigen seien aber „ein Haufen Arbeit“. Viel besser sei es, wenn die Rastplatzbesucher ein Bewusstsein dafür entwickeln, was sie mit ihrer achtlosen Müllentsorgung anrichten. Für Franz-Josef ist es unbegreiflich, „dass die Leute nicht in der Lage sind, ihren Müll zu trennen und ordnungsgemäß zu entsorgen“.

Ein weiteres großes Problem stellen die Urlauber dar, die auf Vorarlbergs Rastplätzen campieren. Sie blockieren nicht nur den Platz, sondern hinterlassen auch Unmengen an Abfall.

„Zweck der Rastplätze ist, dass sie jederzeit von jedem besucht werden können“, sagt Alexander Holzedl, Pressesprecher der Asfinag, zu den VN. „Das geht nicht, wenn sie durch Camper belegt werden“. Darum hat die Asfinag den Rastplatz Rankweil als Pilotprojekt zur Kurzparkzone erklärt. Dort gilt eine maximale Parkdauer von drei Stunden. „Mit diesem Projekt haben wir gute Erfahrungen gemacht“, informiert Holzedl. In Abstimmung mit den Behörden soll nun eine Ausweitung auf andere Rastplätze folgen. RIN