Bienenfleißige Imkerin

Vorarlberg / 05.08.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Pro Bienenvolk schleudert Christine Tarasov im Sommer schon mal 20 Kilogramm Honig aus den Waben heraus. VN/PAULITSCH

Christine Tarasov ist die jüngste Bienenzüchterin im Imkerverein Bregenz.

Bregenz Als sich die heute 36-jährige Christine Tarasov in ihren zarten Kinderjahren auf dem Bauernhof ihrer Großeltern auf dem Pfänder tummelte, gab es allerhand Tierisches zu sehen. Kühe, Hühner, Hasen und eben Bienen. „Mein Opa war nebenbei Imker und hatte Bienenstöcke auf dem Hof. Da habe ich ihm immer ein bisschen über die Schulter geschaut“, erinnert sich die gebürtige Lochauerin.

Schon damals hatten es ihr Tiere ganz besonders angetan, und zwar so besonders, dass sie bereits als kleines Mädchen manchmal bei gewissen Dingen aushelfen musste: „Wenn da mal eine Kröte auftauchte, wurde ich gebeten, sie zu entfernen. Ich habe mich nicht davor gegraust.“

Nach dem Tod ihres Großvaters betrieb eine Bekannte die Bienenzucht am Pfänder weiter. „Der Honig schmeckte wie beim Opa. Als auch sie mit der Imkerei aufhörte, entschloss ich mich, nicht auf diesen Honig zu verzichten“, sagt Tarasov. So blieb also nur noch eine Option offen: nämlich selbst Imkerin zu werden.

„Schau, dass du ein Volk kriegst“

Gesagt, getan. „Gemeinsam mit meinem Bruder absolvierte ich Anfang dieses Jahres einen Imkerkurs in der Landwirtschaftsschule in Hohenems. Hier wird alles über die Bienenzucht gelehrt. Hygieneschulung, das nötige Gebrauchsmaterial, Praxistage bei Imkern, der richtige Umgang mit Bienen und all das. Als ich schließlich das Imkerzertifikat erhalten habe, sagte man zu mir: ‚Schau, dass du ein Volk kriegst.‘“

Doch das war einfacher gesagt als getan. Also direkt rein in die Materie und Mitglied eines Imkervereins werden. „Ich entschied mich für den Bregenzer Verein, ging zum Imkerhock und wurde mit offenen Armen empfangen“, freut sich die 36-Jährige noch heute. Mit dem heutigen Altobmann Wolfgang Schallenmüller fand sie den richtigen Schulmeister auf dem Weg zur zukünftigen Imkerin. „Er hat mir vier Stöcke, das heißt vier Bienenvölker verkauft, die derzeit noch auf einer Wiese am Bregenzer Ölrain stehen. Später werde ich sie dann auf dem Pfänder aufstellen“, sagt Christine, die in diesem Sommer bereits 20 Kilogramm Honig aus jedem ihrer Stöcke herausgeschleudert hat. Im kommenden Winter bleiben ihre Stöcke noch in Bregenz. Damit die heutige Bregenzerin lernt, wie man die Bienenvölker über den Winter bekommt. Dazu zählt unter anderem die richtige zusätzliche Fütterung der kleinen Sumser mit Zuckerwasser.

Beruhigende Wirkung

Die frischgebackene Imkerin wurde zwar schon gestochen, doch das macht ihr nichts aus. Überhaupt: „Man darf nur nicht nervös herumfuchteln, dann passiert auch nichts. Man muss sich Zeit nehmen, was auch eine beruhigende Wirkung auf einen selbst hat“, so die 36-Jährige, die weiß, dass sich zwischen ihr und ihren Völkern bereits eine vertrauliche Beziehung aufgebaut hat.

Zur Person

Christine Tarasov

ist frischgebackene Bienenzüchterin

Geboren: 25. Dezember 1982

Familie: verheiratet, zwei Buben, ein Mädchen

Hobbys: Bienen, Klettern, Basteln