Neue Ziele für Sonnenenergie

05.08.2019 • 17:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg speisen derzeit 5400 PV-Anlagen Strom in das Energienetz der Illwerke VKW ein.
In Vorarlberg speisen derzeit 5400 PV-Anlagen Strom in das Energienetz der Illwerke VKW ein.

Zielpfad für PV-Anlagen in Energieautonomie dürfte sich erhöhen. Grüne fordern mehr Anreize für Ausbau.

Schwarzach Welche Energiequelle ist die beste? Dass Öl als Antwort ausscheidet, ist allgemein anerkannt. Zudem möchte Vorarlberg bis 2050 die Energieautonomie erreichen, die Energiequelle sollte es also hierzulande geben und erneuerbar sein. Also Holz? Wer etwas verbrennt, verursacht CO2 und oft eine nicht unwesentliche Menge Feinstaub. Wasserkraft ist wesentlich sauberer, doch Orte für Kraftwerke sind begrenzt. Bleiben also noch der Wind und die Sonne. Für die Nutzung der Sonnenenergie gibt es zwei Möglichkeiten: als thermische Anlage, um Wasser zu erhitzen, oder als Photovoltaikanlage (PV), um Strom zu erzeugen. Während das Land seit einiger Zeit das selbst gesteckte Ziel zum Ausbau von thermischen Anlagen verfehlt, wird es beim Bau von PV-Anlagen übererfüllt. Den Grünen ist es zu wenig. Sie fordern eine massive Steigerung beim PV-Ausbau. Auch Wilhelm Schlader vom Vorarlberger Energieinstitut ist überzeugt: „Der Plan für den Ausbau wird ab 2020 wesentlich ambitionierter.“

Der Zielfpfad zur Energieautonomie sieht vor, von 2010 bis 2020 jährlich 15.000 Quadratmeter Sonnenkollektoren und 40.000 Quadratmeter PV-Anlagen zu bauen. Bis 2014 lag der Bau von Sonnenkollektoren über dem Ziel, danach nicht mehr. Bei den PV-Anlagen befindet man sich in Vorarlberg hingegen seit 2012 immer über dem Ziel, mit der Folge, dass bis Ende 2018 rund 500.000 Quadratmeter PV-Fläche und 320.000 Quadratmeter thermische Solarkollektoren gebaut wurden. Wilhelm Schlader erläutert im VN-Gespräch: „Nimmt man Photovoltaikanlagen und Solarthermie zusammen, befinden wir uns im Plansoll.“ Bald wird ein neuer Zielpfad für die Energieautonomie bis 2030 erstellt, der bei der Photovoltaik sicher ambitionierter werde, sagt Schlader und fügt an: „Wir wissen, dass bei der Solarenergie viel mehr drinnen wäre.“

5440 Einspeiser

Laut Illwerke VKW speisen 5440 PV-Anlagen Strom in das Vorarlberger Netz, wodurch 22,1 Millionen Kilowattstunden (kWh) gewonnen wurden. Dieser Wert entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 5500 Einfamilienhäusern. Wer seinen Sonnenstrom verkauft, erhält für die ersten 3500 Kilowattstunden (kWh) sieben Cent, danach 5,5 Cent pro kWh.

Die Grünen wollen weitere Anreize, um den Anteil von PV-Anlagen in die Höhe zu schrauben. Sowohl bundesweit als auch im Land, wie die beiden Nationalratswahlkandidatinnen Leonore Gewessler und Nina Tomaselli am Montag forderten. Für Tomaselli steht fest: „Das große Potenzial bei den erneuerbaren Energieträgern liegt bei Photovoltaik-Anlagen.“ Sie fordert zudem eine Nachbesserung des nationalen Klima- und Energieplans sowie Tempo beim neuen „Erneuerbare Energie Ausbau Gesetz“. Das wird allerdings noch ein bisschen dauern, wie das Umweltministerium auf VN-Anfrage betont. Derzeit werde zwar an einem Entwurf gearbeitet, die Umsetzung von Gesetzesinitiativen obliege aber der nächsten Bundesregierung. Im neuen Gesetz soll auch die Ökostromförderung geändert werden. Im Fördertopf für PV-Anlagen von Kleinanlagen sind laut Wilhelm Schlader rund 500.000 Euro.

Die meisten PV-Anlagen stammen aus China. „In Europa wird kaum noch etwas produziert“, erläutert Schlader. Die Energie, die für die Herstellung benötigt wird, sei in höchstens zwei Jahren hereingespielt, fährt er fort. „Und das bei einer Lebensdauer von 30 Jahren und mehr.“ VN-SAB, MIP

„Das große Potenzial bei den erneuerbaren Energieträgern liegt bei Photovoltaik-Anlagen.“