Nostalgie der Lüfte am Bodensee

05.08.2019 • 17:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Luftfahrt-Nostalgie hautnah erleben bei den 10. DO-Days in Friedrichshafen. Dornier
Luftfahrt-Nostalgie hautnah erleben bei den 10. DO-Days in Friedrichshafen. Dornier

Am Wochenende wird Friedrichshafen zum Mekka der fliegenden Oldtimer.

Friedrichshafen Vor zehn Jahren kam es anlässlich der Eröffnung des Dornier Museums auch zu einem Treffen von DO-27-Piloten, die spontan beschlossen, weitere Zusammenkünfte zu organisieren – die „DO-Days“ waren geboren, denn seither treffen sich die Piloten mit ihren fliegenden Kisten jährlich im August in Friedrichshafen.

Mehr als 50 Oldtimer

Aber nicht nur die legendären DO-27-Maschinen geben sich ein Stelldichein, inzwischen sind die DO-Days, die am Samstag (9 bis 18 Uhr) und Sonntag (9 bis 17 Uhr) stattfinden, auch ein Pflichttermin für mehr als 50 Oldtimer, die Nostalgie an den Bodensee bringen, so Pressesprecher Philipp Lindner. „Es gibt tägliche Airshows, spektakuläre Aktionen mit den Akrobaten der Lüfte.“

So werden gleich drei „Warbirds“ aufsteigen und atemberaubende Kunstflugvorführungen bieten. Pilot Guido Voss fliegt mit seiner North American AT-6 Super Six (Baujahr 1941) und einer North American T-28 Trojan (Baujahr 1949), die beide als Jagdtrainer im Einsatz waren. Wenn der Rolls-Royce Merlin V12 Motor mit 1600 PS gestartet wird, steht Pilot Wilhelm Heinz mit seiner „Louisiana Kid“, einer Mustang P-51D, in den Startlöchern. Die Mustang P-51 ist eine von nur noch wenigen flugfähigen Maschinen dieser Art und galt im Zweiten Weltkrieg als eines der besten Jagdflugzeuge. Abgerundet wird das Airshow-Programm von Kunstflugmeisterin Petra Unger mit einer Pitts S1S und Kunstflieger Erwin Grundl mit einer Christen Eagle II.

Auch die „Flying Bulls“ aus Salzburg statten Friedrichshafen einen Besuch ab.

DO-27 ist der Star

Im Mittelpunkt der DO-Days stehen jedoch die Piloten der legendären DO-27. Es war nach dem Zweiten Weltkrieg das erste Flugzeug in Deutschland, das in Großserie gefertigt wurde. Mehr als 600 Maschinen in verschiedenen Ausführungen wurden ab 1956 gebaut – gut 400 davon wurden von der deutschen Luftwaffe erworben. Als diese in den frühen 80er-Jahren diesen Typ ausmusterte, gingen viele an private Eigner.

50 Jahre nach dem Erstflug waren allein in Deutschland noch mehr als 60 Maschinen flugtauglich. Die Schweizer Armee, die ebenfalls DO-27 im Einsatz hatte, musterte ihre letzte Maschine erst vor rund zehn Jahren aus.

Besucher können abheben

Besucher erleben die historische Luftfahrt hautnah und in Aktion und dürfen mit den Piloten und deren Maschinen auf Tuchfühlung gehen. Und sie können sogar selbst abheben, denn es werden auch Rundflügen angeboten: In den DO- 27-Fliegern, in Helikoptern und historischen Doppeldeckern geht es hinauf zu Rundflügen über den Bodensee. STP