Schneebälle, dann Faustschläge für Busfahrer

06.08.2019 • 09:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 17-Jährige musste am Montag im Landesgericht Feldkirch auf der Anklagebank Platz nehmen. Eckert
Der 17-Jährige musste am Montag im Landesgericht Feldkirch auf der Anklagebank Platz nehmen. Eckert

17-jähriger Syrer attackierte Busfahrer. 800 Euro Geldstrafe.

Feldkirch Der 17-jährige Teenager ist bereits vorbestraft. Acht Monate Haft hat er noch offen, doch das hielt ihn offenbar nicht von neuen Straftaten ab. Im Jänner dieses Jahres liegt Schnee, Jugendliche formen am Dornbirner Bahnhof Schneebälle und werfen sie Passanten nach. Auch ein Busfahrer wird getroffen.

Der 58-jähriger Mann fordert die Gruppe auf aufzuhören. Doch das kommt bei den Jugendlichen nicht gut an. Das Video aus der Überwachungskamera zeigt, wie zwei von ihnen sofort auf den ÖBB-Bediensteten losgehen und einer ihn attackiert.

Mit Faust geschlagen

Der 17-Jährige diskutiert nicht lange, er schlägt dem Fahrer mit der Faust gegen die linke Schläfe. „Wenn ich den Kopf nicht zur Seite gedreht hätte, hätte mich der Schlag voll im Gesicht erwischt“, berichtet der Fahrer, der als Zeuge einvernommen wird. Da auf Angriffe von Bus- und Zugpersonal strengere Strafen stehen, geht es auch um die Frage, ob der 17-Jährige den Mann als Busfahrer erkennen konnte. „Nein, das wusste ich nicht“, behauptet der junge Mann. Doch auf dem Video ist zu sehen, dass das Opfer seine Uniform anhat und dass die Buben auch gesehen haben, dass der Fahrer aus dem Linienbus ausstieg.

Freispruch vom Raub

Ein zweiter Vorwurf betrifft einen Vorfall in Bregenz, ebenfalls im Jänner, um zwei Uhr nachts in Bahnhofnähe. Mehrere Jugendliche fragen Passanten nach Tabak, auf einmal will einer von ihnen Geld und zückt ein Messer. Doch diesbezüglich sind die Zeugenaussagen so schwach, dass der junge Mann freikommt.

Er sagt, dass er damals gar nicht dabei war, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss. Einer der Zeugen war betrunken, es war Nacht, dunkel, man konzentrierte sich mehr auf das Messer als auf Gesichter. Somit kann Verteidigerin Astrid Nagel den Schöffensenat zu einem Freispruch bewegen.

Glück gehabt

Dem Busfahrer geht es mittlerweile wieder gut. „Fahrgäste haben mir gleich geholfen, sonst weiß ich nicht, was passiert wäre“, schildert er. Er habe einige Tage nicht auf der linken Seite schlafen können. „Meine Frau hat sich schon beschwert, weil ich geschnarcht habe“, zeigt er selbst in seiner Situation Sinn für Humor.

Der Jugendliche wird zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Mildernd sind das jugendliche Alter und das Geständnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Beim nächsten Gesetzesverstoß werden die acht Monate langsam gefährlich. EC