Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Das tut man halt nicht

Vorarlberg / 07.08.2019 • 06:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Manchmal möchte ich nachfragen, während mein Gegenüber sein Mobiltelefon vom erröteten Ohr nimmt. Er hat es zehn Minuten lang so laut traktiert, als wollte er die Distanz zum Gesprächspartner mittels Lautstärke überwinden. Jetzt lächelt er versonnen ob des geglückten Informationsaustausches. Da möchte man schon mal nachhaken, wenigstens ebenso laut: „Wie war das nochmal mit dem total versoffenen Klaus, der nichts auf die Reihe kriegt?“ Oder: „Ist ihre Tante wirklich mannstoll? Echt jetzt?“

Man täte es rein interessehalber. Quasi als Anwalt all jener Zugreisenden, denen die spannendsten Passagen entgangen waren. Man könnte die anderen unfreiwilligen Mithörer auch einbeziehen: „Haben Sie das verstanden, dass Otto schon wieder total blau war?“ Und an den Lautsprecher gewandt: „An Friedas Stelle würde ich mich ja scheiden lassen, aber die ist ja – wie war das nochmal? – dumm wie Brot?“

Man sollte wirklich mal mitmischen. Sonst bleibt ja so vieles unklar. Und es würde die Zugfahrt viel unterhaltsamer machen. Aber das tut man ja nicht. Eigentlich schade.

Thomas Matt
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