SPÖ fordert kostenfreie Ganztagskindergärten für alle

09.08.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Staudinger glaubt, dass Ganztagskindergärten im Land zu teuer sind. VN/Steurer
Staudinger glaubt, dass Ganztagskindergärten im Land zu teuer sind. VN/Steurer

Gebührenlose Ganztagsbetreuung sei eine Entlastung für den Mittelstand, ist SPÖ-Chef Martin Staudinger überzeugt.

Bregenz Wer in Vorarlberg eine Ganztagsbetreuung für sein Kind sucht, muss zahlen. Eltern von Drei- und Vierjährigen zahlen für eine Betreuungszeit von 45 Stunden in der Woche 88 Euro monatlich, also 1056 Euro für zwölf Monate. Bei Fünfjährigen zahlt man 53 Euro im Monat, was 636 Euro im Jahr ausmacht. Wobei das theoretische Tarife sind. Dornbirn zum Beispiel berechnet wegen der Schließtage für die Monate September, Dezember, Jänner, Februar und April 75 Prozent und im Juli 25 Prozent des Monatsbeitrages. Im Gegenzug sind manche Sommerkindergärten in den Gemeinden teurer.

Die SPÖ ist jedenfalls überzeugt: Das ist zu viel. Parteichef Martin Staudinger fordert, dass der Ganztagskindergarten gratis wird. Was in anderen Bundesländern möglich sei, soll auch in Vorarlberg eingeführt werden. Er sieht darin eine Entlastung des Mittelstands. „Also für jene, die zwar keine Förderung erhalten, für die 1000 Euro im Jahr aber viel Geld sind.“ SPÖ-Landtagskandidatin Jeannette Greiter ergänzt: „Frauen bekommen dadurch die nötige Flexibilität.“ Ein Grund für den Lohnunterschied von Männern und Frauen sei die hohe Teilzeitquote bei Frauen. Die hänge wiederum mit der Situation der Ganztagsbetreuung zusammen. Und die sei schlecht. ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück sieht es anders: „Wir haben in Vorarlberg ein sehr hohes Betreuungsniveau. Ich bin der Meinung, dass jene Eltern, die über ein hohes Einkommen verfügen, auch einen Beitrag zahlen sollten, damit der flächendeckende Ausbau finanziert werden kann.“

Greiter sieht in der Betreuung einen Schritt zur  Selbstständigkeit der Frauen. Dann müsse man auch nicht mehr über Themen wie Pensionssplitting diskutieren, von dem sie im Übrigen nichts hält. „Wir sind gegen ein verpflichtendes Pensionssplitting. Das erhöht die Abhängigkeit der Frau von ihrem Mann“, fährt Greiter fort.