Mit dem Rad gegen den Klimakollaps

Vorarlberg / 11.08.2019 • 19:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dekorierte Fahrräder und lautes Klingeln: Die Friday for Future-Bewegung rief zur Demonstration auf. Gefahren wurde vom Hohenemser Bahnhof zum Marktplatz Dornbirn. VN/Sams
Dekorierte Fahrräder und lautes Klingeln: Die Friday for Future-Bewegung rief zur Demonstration auf. Gefahren wurde vom Hohenemser Bahnhof zum Marktplatz Dornbirn. VN/Sams

Friday for Future-Bewegung initiierte Vorarlbergs erste Fahrraddemon­stration.

Hohenems Dass die Friday for Future-Demonstranten nicht nur des Schuleschwänzens wegen auf die Straße gehen, beweist Vorarlbergs erste Fahrraddemo, die am Sonntag über die Bühne ging. Rund 150 Kundgebungsteilnehmer mit bunten Plakaten und eigens dekorierten Fahrrädern skandierten Umweltschutzparolen vom Hohenemser Bahnhof bis zum Dornbirner Marktplatz, begleitet von lautem Fahrradgeklingel.

Mittendrin Aaron Wölfling, einer der Vorarlberger Aktivisten der Friday for Future-Bewegung, die die erste Raddemo initiierten: „Wir wollen damit auf die dringend notwendige Verkehrswende aufmerksam machen“, richtet der 18-Jährige einen Appell für die Nutzung von klimafreundlichen Verkehrsmitteln an die Öffentlichkeit.

Wölfling kehrte erst am Samstag aus Lausanne zurück, wo rund 500 jugendliche Umweltaktivisten aus aller Welt im Zuge eines Klimagipfels eine knappe Woche lang getagt hatten. Dass er in einer Arbeitsgruppe mit Greta Thunberg war, erzählt Wölfling im VN-Gespräch eher beiläufig: „Natürlich ist es toll mit Greta zusammenzuarbeiten, aber wir als Friday for Future-Bewegung stehen alle auf derselben Stufe“, erklärt Wölfling.

„Das hat mich fertiggemacht“

Die fünf Tage in Lausanne hätten ihn tief betroffen gemacht: „Es hat mich fertiggemacht, was renommierte Wissenschaftler dort für Ergebnisse präsentiert haben“, schildert der 18-Jährige. „Wir müssen beginnen, unseren Konsum radikal ändern und überdenken, wie wir unsere Gesellschaft gestalten.“ Die Klimaaktivisten aus aller Welt einigten sich in einer Abschlusserklärung auf drei Kernforderungen. Die Klimagerechtigkeit und -gleichheit müsse gewährleistet werden, lautet eines der Anliegen. Der globale Temperaturanstieg soll unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau gehalten werden.

Auch in Vorarlberg sieht Aaron Wölfling noch viel Potenzial, was den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln betrifft. Hier sieht er die Politik gefordert: „Nur weil es anderswo noch schlechter ist, heißt es nicht, dass wir untätig sein dürfen.“ Besonders in abgelegeneren Gebieten gebe es Handlungsbedarf. Der nächste Streik geht am 27. September um 11 Uhr beim Bregenzer Bahnhof über die Bühne. VN-MIH

„Nur weil es anderswo schlechter ist, heißt es nicht, dass wir untätig sein dürfen.“