Ein Männer-Trio führt die FPÖ in die Wahl

12.08.2019 • 16:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Bitschi, Allgäuer und Egger auf der FPÖ-Landesliste ganz vorne.

Dornbirn Wahlarithmetik ist durch viele Variablen gekennzeichnet. Die Mandate im Landtag werden in einem ersten Verfahren über die Bezirke ermittelt. Wenn sich kein Mandat mehr ausgeht, fließen die Reststimmen in die Landesliste. Die Vorarlberger FPÖ eroberte zum Beispiel bei der Landtagswahl 2014 neun Mandate. Eines in Bludenz, je zwei in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und zwei über die Landesliste. Am Montag präsentierte die FPÖ-Spitze die Landesliste für die Landtagswahl am 13. Oktober. Das Trio, das die Liste präsentierte, führt dieselbige an: Christof Bitschi vor Daniel Allgäuer und Dieter Egger. Dass die drei wieder in den Landtag einziehen, steht außer Frage – wer ihnen nachfolgt, ist hingegen unklar. Je nachdem, für welches Mandat sie sich entscheiden.

Ein Beispiel: Schafft es Christoph Waibel wieder in den Landtag? Der ehemalige ORF-Moderator liegt auf der Bezirksliste Dornbirn auf Rang vier, hinter Bitschi, Egger und Nicole Hosp. Auf der Landesliste ist er nicht vorne gereiht, muss also hoffen, dass die FPÖ in Dornbirn zwei Mandate erobert und zumindest zwei der Personen vor ihm ihr Mandat über eine andere Liste annehmen. Vorausgesetzt, Waibel wird mit Vorzugsstimmen nicht überholt. Christof Bitschi ist überzeugt: „Bis auf Platz fünf haben alle reale Chancen auf ein Mandat und müssen um Vorzugsstimmen rennen.“

Das Götzis-Problem hat die FPÖ noch nicht gelöst. Nach dem Parteiaustritt der Ortsgruppe findet sich lediglich auf Platz 19 der Feldkircher Bezirksliste eine Kandidatin aus Götzis. „Wir werden bis zur Gemeindewahl eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen. Die Landtagswahl ging sich nicht mehr aus“, sagt Bitschi. Inhaltlich sind die Themen bekannt: Soziales, Integration, Sicherheit, Wirtschaft. Dieter Egger richtet zudem einen Appell an die Konkurrenz: „Ich bin schon lange in der Politik. Vorarlbergs Stärke war immer ein gewisser Grundrespekt. Dieser ist leider verloren gegangen.“ Er nimmt Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) in die Pflicht: „Ich erwarte mir von einem Landeshauptmann, dass er diesen Grundkonsens einfordert und vorlebt.“ Wallners Abschaum-Sager sei jedoch ein Zeichen, dass der Grundkonsens offenbar nicht mehr gewünscht sei. VN-mip

„Der Grundrespekt in der Vorarlberger Landespolitik ist leider verloren gegangen.“

FPÖ Kandidaten zur Landtagswahl am 13. Oktober

Landesliste 1. Christof Bitschi (1991, Brand), 2. Daniel Allgäuer (1964, Feldkirch), 3. Dieter Egger (1969, Hohen­ems), 4. Nicole Hosp (1982, Lustenau), 5. Joachim Fritz (1974, Mittelberg), 6. Andrea Kerbleder (1976, Feldkirch), 7. Kornelia Spiß (1965, Nenzing)

Bezirk Bregenz 1. Christof Bitschi (1991, Brand), 2. Hubert Kinz (1960, Bregenz), 3. Josef Siebmacher (1967, Hörbranz), 4. Joachim Fritz (1974, Mittelberg), 5. Sandra Jäckel (1972, Hard), 6. Philipp Zünd (1977, Mellau), 7. Iris Natter (1979, Lauterach)

Bezirk Dornbirn 1. Christof Bitschi (1991, Brand), 2. Dieter Egger (1969, Hohenems), 3. Nicole Hosp (1982, Lustenau), 4. Christoph Waibel (1965, Dornbirn), 5. Markus Klien (1977, Hohenems), 6. Martin Fitz (1970, Lus­tenau), 7. Elke Korn (1972, Dornbirn)

Bezirk Feldkirch 1. Christof Bitschi (1991, Brand), 2. Daniel Allgäuer (1964,  Feldkirch), 3. Andrea Kerbleder (1976, Feldkirch), 4. Manfred Vogt (1988, Übersaxen), 5. Michael Koschat (1974, Satteins), 6. Ulrike Gritzer (1971, Göfis), 7. Michael Pointner (1979, Mäder)

Bezirk Bludenz 1. Christof Bitschi (1991, Brand), 2. Joachim Weixlbaumer (1967, Bludenz), 3. Kornelia Spiß (1965, Nenzing), 4. Florian Küng (1979, Vandans), 5. Chiara Ender (1999, Nüziders), 6. Dominik Winkler (1984, Bürs), 7. Laetitia Lang (1999, Gaschurn)