Stiefvater soll Bub missbraucht haben

Vorarlberg / 12.08.2019 • 22:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

15 Monate Haft für 44-Jährigen, der laut Gericht auch seine Ex-Lebensgefährtin geschlagen hat.

Feldkirch Ein 44-jähriger Türke ist am Montag am Landesgericht Feldkirch wegen sexuellen Missbrauchs an einem unmündigen Buben, wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses und wegen Körperverletzung zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Fünf davon sind unbedingt. Außerdem muss er seiner Ex-Lebensgefährtin und deren Sohn jeweils 3000 Euro zahlen.

Missbraucht und geschlagen

Wie der ORF Vorarlberg berichtet, stand für den Schöffensenat nach dem Beweisverfahren fest, dass der Mann den erst sechsjährigen Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin intensiv am Penis berührt hat, wenngleich oberhalb der Kleidung. Außerdem kam das Gericht zu dem Schluss, dass der 44-Jährige seine Ex-Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Lustenau nicht nur einmal brutal mit der Faust geschlagen, sie gewürgt und an den Haaren gezogen hat.

Der Mann selbst bekannte sich am Montag am Landesgericht nicht schuldig. Er habe das Kind im Zuge einer Beschneidungszeremonie in der Türkei am Penis berührt, diverse Verwandte seien damals zugegen gewesen, gab er laut ORF zu Protokoll. Zudem wehrte sich der Türke gegen Vorwürfe seiner ehemaligen Partnerin, wonach er ein Alkoholproblem habe und im betrunkenen Zustand immer wieder aggressiv wurde.

Vermieterin am Wort

Die Vermieterin des Paares, die im selben Haus lebte, belastete den Mann demnach ebenfalls. Er soll immer wieder betrunken, zum Teil sogar stark betrunken gewesen sein. An einem Neujahrstag habe man sie beispielsweise zu Hilfe geholt, unmittelbar nachdem der 44-Jährige seine Lebensgefährtin gewürgt habe. Ein anderes Mal habe die Frau an einem bewölkten Tag eine Sonnenbrille getragen. Als sie diese abgenommen habe, sei darunter ein blaues Auge zum Vorschein gekommen. 

Videoaussage

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Zeugenaussagen des Buben und der Ex-Partnerin wurden als Video vorgespielt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.