Abfall als wertvollen Rohstoff sehen

13.08.2019 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Regionaler Schrott wird in Götzis aufbereitet und so im Wertstoffkreislauf gehalten.

Wir sind eine Wegwerfgesellschaft und müssen gemeinsam unser Verhalten ändern.

Lochau Als „Panne der Evolution“ bezeichnen Wissenschaftler die egoistische Konsum- und Wegwerfgesellschaft im casinokapitalistischen System. Die zerstörerischen Auswirkungen bekommen wir alle längst zu spüren – ganz besonders die Lebewesen im globalen Süden. Es ist bereits 5 nach 12, und wenn wir nicht sofort unsere Empathiefähigkeit und achtsamen Umgang mit Ressourcen und der Natur als unsere Lebensgrundlage kultivieren und leben, sägen wir final den Ast ab, auf dem wir sitzen. Am 3.9. von 18 bis 20 Uhr diskutieren daher in der Alten Fähre in Lochau am VN-Klimaschutz-Podium ALPLA-Recycling-Experte Karl Hagspiel, MSc. Betr. oec. Mario Wintschnig, Manager Corporate Responsibility, Strategy & Transformation für die Zumtobel Gruppe, Umweltverbandsobmann Rainer Siegele und Umweltlandesrat Johannes Rauch zum Themenbereich „Wie schaffen wir gemeinsam ein Leben und Wirtschaften im Naturkreislauf mit 100 % Recycling bei Null Emissionen?“ Podiumsteilnehmer DI Christoph Ortner, der Verantwortliche für Umwelt, Sicherheit und Qualität bei Loacker Recycling, bringt die Situation auf den Punkt: „Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Die Langlebigkeit der Produkte wird nicht priorisiert – trotz guter und immer wieder gesetzter Initiativen für Upcycling oder Recycling. Darum ist es wichtig, vor der Verwertung eine möglichst ,sortenreine‘ Trennung der Abfälle zu gewährleisten. Aufbereitungsmaßnahmen, wie Loacker diese durchführt, tragen dabei zu einer wichtigen Erhöhung der Verwertungseffizienz bei. So wird wieder eine Vielzahl von Abfällen zu Rohstoffen und es können daraus effizient und nachhaltig neue Produkten erzeugt werden.

Bestes Beispiel sind Metalle, Glas, Kunststoff oder Papier. Wir versuchen unseren Beitrag auch im Bereich der Sammlung zu leisten. Wir schaffen aktuell zum Beispiel zwei Sammelfahrzeuge mit Gasantrieb an, die mit Biogas – erzeugt aus unserer betriebseigenen Bioabfallvergärungsanlage – betankt werden. Somit schließen wir auch hier den Kreislauf für eine möglichst CO2-neutrale Sammlung. Wenn das funktioniert, dann sollte unser Fuhrpark sukzessive auf Gasantrieb umgestellt werden. Eines der obersten Ziele muss es aber immer sein, sich bereits bei der Produktgestaltung im Vorfeld Gedanken zu machen, wie diese Produkte recycelt werden können. Die Entsorgungswirtschaft wird oft erst eingebunden, wenn die Produkte entsorgt bzw. recycelt werden müssen. Bestes Beispiel sind die Lithium-Ionen-Akkus. Die Industrie muss hier mehr in die Pflicht genommen werden. Auch die Politik ist in dieser Sache gefordert.“ Verena Daum

VN-Klimaschutzpreis 2020. Leben und wirtschaften im Naturkreislauf.

Podiumsdiskussion „Littering/Abfallvermeidung/100 % Recycling“ am 3. September in der „Alten Fähre“ in Lochau. Eintritt frei!