Was die Kapelle Maria Hilf in Jennen von sich erzählt

Vorarlberg / 15.08.2019 • 13:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schlicht und einfach gehalten ist der Innenraum der Kapelle in Jennen.

Die kleine Kapelle in Dornbirn erinnert an vergangene Zeiten und lädt zum Verweilen ein.

dornbirn Etwas abseits an der Straße nach Alberschwende gelegen, erhebt sich in freier Lage am Vorderen Haselstauder Berg die Kapelle „Maria Hilf“. „Das im Jahre 1857 errichtete Gotteshaus ersetzte einen kleineren Vorgängerbau. Der Initiator des Neubaus war Expositus Wendelin Pfanner, der spätere Abt von Mariannhill in Südafrika. Obwohl nicht der kleinste Baufonds vorhanden war, vertraute das Generalvikariat Feldkirch auf die Finanzierung und Erhaltung der Kapelle durch die umliegenden Parzellen und erteilte die Bewilligung zum Bau im Ausmaß von 40 x 80 Fuß. Bereits am 25. November 1858 konnte die erste Hl. Messe gefeiert werden“, wie Gerald Bischof berichtet.

Klassischer Baustil

Es handelt sich um einen Bau mit rechteckiger Grundform und Südost-Nordwest-Ausrichtung. Südöstlich (Altar) sind die Außenwände abgerundet. Die einfache Holztür und der Glockendachreiter auf dem Satteldach mit achteckigem Spitzhelm befinden sich nordwestlich. „Früher hingen darin zwei Glocken, eine kleinere aus dem Jahre 1780 und eine größere aus dem Jahre 1875. Im Ersten Weltkrieg wurde die kleinere der Expositur Haselstauden als Ersatz für das dort abgelieferte Geläute geliehen“, erzählt der Messner der Pfarrkirche Haselstauden, Albert Moosbrugger.

1942 wurden aber beide Kapellenglocken für Kriegszwecke beschlagnahmt, landeten aber wegen ihres Alters in einem Sammellager. „1947 konnte die kleinere wieder in Brixlegg gefunden werden. 1949 wurde sie unter Verwendung von zusätzlichem Glockenmaterial von der Firma Grassmayr in Innsbruck zur neuen Glocke umgegossen und befindet sich jetzt wieder im Dachreiter“, weiß er. Eine angebaute Sakristei befindet sich auf der Evangelienseite.

Ein Blick hinein

Die Kapelle ist schlicht gestaltet und wurde mehrmals renoviert. Hervorzuheben ist dabei die Restauration durch den späteren Bürgermeister Engelbert Luger im Jahre 1900. Eine elektrische Beleuchtung erfolgte 1929. In der Zeit von 1975 bis 1977 waren größere Renovierungsarbeiten notwendig, wobei das Dach, der Boden, die Fenster und die Bänke erneuert wurden.

Die Installation eines elektrischen Läutwerks erfolgte 1989. Die Seitenaltäre sind 1975 entfernt sowie der Hochaltar durch einen Volksaltar ersetzt worden. Das Altarblatt zeigt die Halbfigur der Hl. Maria mit dem Kind. Eine freie Kopie nach Raffael, die von Luise Rick gemalt wurde, bevor sie nach Walzenhausen ins Kloster eintrat. Wo sich früher der rechte Seitenaltar befand, steht jetzt eine barocke Josefsstatue.

In vielen Lebenslagen war die kleine Kapelle für die Menschen ein Ort der Hilfe.bet
In vielen Lebenslagen war die kleine Kapelle für die Menschen ein Ort der Hilfe.bet

In früheren Zeiten kamen die Menschen mit ihren persönlichen Anliegen zur Muttergottes, um Hilfe zu erfahren. Unsere Vorfahren haben diese Kirche noch mit einem ganz anderen Glaubensverständnis betreten als wir heute: mit vertrauensvollem Glauben, dass Gott hilft, auf die Fürsprache der Gottesmutter, und mit Liebe zu ihrer Kirche, die sie mit ihrem bescheidenen Vermögen gebaut und ausgestattet haben. In vielen Lebenslagen war ihre Kirche Anlaufstelle, eben das Haus Gottes unter den Menschen. Heute dient die Kapelle als Raum für Hochzeiten, Rosenkränze und Andachten, vor allem in den Marienmonaten Mai und Oktober. bet