Lebensmittel retten statt verschwenden

Vorarlberg / 18.08.2019 • 17:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die einen füllen den Kühlschrank, andere greifen gerne zu.
Die einen füllen den Kühlschrank, andere greifen gerne zu.

Projekt „Offener Kühlschrank“ hat sich zum Renner
entwickelt.

Dornbirn „Nimm und bring“ lautet das Motto einer Initiative gegen die Verschwendung von Lebensmitteln, die im Oktober 2018 ins Leben gerufen wurde. Inzwischen ist das Projekt „Offener Kühlschrank“ zu einer Erfolgsstory geworden, denn immer mehr Menschen nehmen das Angebot in Anspruch.

„Die Aktion läuft hervorragend, wir sind sehr zufrieden“, zieht Ingrid Benedikt, eine der Initiatorinnen des „Offenen Kühlschranks“, eine positive Bilanz. Dem kleinen Team, das ehrenamtlich arbeitet, geht es vor allem um den verantwortungsvollen Umgang mit der Nahrung. Und da gibt es Nachholbedarf, sagt Benedikt und verweist auf die Statistik: In Vorarlberg werden jährlich im Schnitt elf Kilogramm Lebensmittel pro Kopf weggeschmissen. Das ergibt immerhin die stolze Summe von 45 Millionen Euro.

Um der Verschwendung entgegenzuwirken, kann man Lebensmittel, die noch genießbar sind und man nicht mehr selber braucht, in die Dornbirner Stadtbibliothek bringen. „Neben dem Kühlschrank haben wir auch ein Regal, in das man Lebensmittel geben kann, die nicht unbedingt gekühlt werden müssen.“ Der Aufruf ist nicht ungehört verhallt, die Spender kommen ebenso in Scharen wie die Kundschaft. Das Gratisangebot reicht inzwischen von Eingekochtem über Kekse, Kuchen, Schokolade, Kaffee, Ernteüberschüsse bis zur Babynahrung.

„Unser großes Glück ist die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Team der Stadtbibliothek“, gibt es von Benedikt großes Lob für die Büchereiangestellten, die immer ein Auge auf den Kühlschrank werfen und für Informationen zur Verfügung stehen. Selbstverständlich ist auch die tägliche Kontrolle der gespendeten Lebensmittel.

Inzwischen hat sich auch ein Caterer bereit erklärt, Übriggebliebenes von Buffets gratis dem „Offenen Kühlschrank“ zur Verfügung zu stellen. Einmal wurden nicht weniger als 600 Brötchen mit Aufstrich geliefert, die das Team dann auf der Straße verteilte. Über die letzte Schachtel freute sich die Nachtschicht der Polizei.

Weitere Aktionen

Mit dem Sammeln und Verteilen von Lebensmitteln ist es allerdings nicht getan. Die Initiative lädt alle ein, ihr liebstes Reste-Rezept vorbeizubringen. Am 19. Oktober zeigt Foodbloggerin Sigrid Gasser unter der Devise „Resteküche de Luxe“ wie man aus Lebensmittelresten Menüs vom Feinsten kreieren kann.

Die Dornbirner Aktion ist inzwischen auch in anderen Gemeinden nicht unbemerkt geblieben. „Anfragen aus Feldkirch, Bregenz und Hörbranz sind bereits eingelangt“, ist Benedikt guter Dinge, dass es bald auch andernorts „offene Kühlschränke“ geben wird. HA

„Unser großes Glück ist die Zusammenarbeit mit dem Team der Stadtbibliothek.“