Ulli Gebhart kreiert textile Kunstwerke

Vorarlberg / 19.08.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gebhart hat sich ihr Hobby und ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht.  BI

Wenn die Ideen nie ausgehen.

Braz Das Fach „Handarbeiten“ habe Ulli Gebhart in der Schule überhaupt nicht gemocht, da außer für genormte Tätigkeiten wie beispielsweise Socken stricken kein Platz für kreative Gestaltung geboten wurde. Wie viel Freude allerdings die Auseinandersetzung mit textilen Materialien bereitet, wurde Ulli Gebhart erst bewusst, als sie als junge Frau eine Nähmaschine geschenkt bekam. Fortan kreierte die vierfache Mutter ihre Schwangerschaftskleidung selber: „Die Kleidung für Schwangere war früher eher stil- und formlos. Ich bemerkte, wie viel Spaß es mir machte, meine eigenen Ideen zum Ausdruck zu bringen. Auch für die Kinder habe ich viel genäht.“

Nächster Schritt

Die Leidenschaft für das textile Gestalten ließ sie nicht mehr los. Der haptische Aspekt der Materialien bildete für sie ein sinnliches Element, mit dem sie sich gerne auseinandersetzte.

Bald entstanden Bilder aus Stoff. Aber auch Möbel und Wände in ihrem Haus wurden von ihr selber bemalt und der Wohnraum somit sehr originell gestaltet. Mittlerweile verfügt die Künstlerin über eine große Stoff-, Garn- und Schnüresammlung. „Ich neige schon eher dazu, eine Sammlerin zu sein. Meine Ideen ergeben sich immer aus dem Material, das mich interessiert. Dabei greife ich aber immer auf den Fundus zurück, der vorhanden ist. Ich überlege mir, was ich daraus machen könnte. Wenn ich einen Stoff sehe, entsteht in mir ein Bild, das ich dann umsetze“, erklärt Gebhart ihre Herangehensweise.

Ihr kreatives Potenzial erstreckt sich jedoch auch auf andere Bereiche, wie die Gartengestaltung, dem Nähen von Taschen oder auf Retro-Sachen. So überzieht sie beispielsweise gerne alte Stühle mit Reststoffen in Patchwork-Verarbeitung. In all ihren Umsetzungen spielt die Ästhetik eine vorrangige Rolle. „Oft ist es die Kunst des Weglassens – gerade in der Wohnraumgestaltung. Bei meinen Beratungen gehe ich immer auf den Menschen, der die Räume bewohnt, und dessen Charakter ein. Dennoch ist es mir wichtig, dass Räume nicht überladen wirken“, betont Ulli Gebhart. Ein weiteres Kriterium sind für sie praktikable Lösungen – wo das Spielzeug am besten verstaut wird, die Kleidung aufgehängt wird und vieles andere mehr.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt für die Gestalterin auch eine wichtige Rolle. Ihre textilen Wandteppiche werden mit Garn aus den Niederlanden, das aus Textilabfällen recycelt wurde, hergestellt. Ihre Grundintention spiegelt sich aber auch in der Wohnraumgestaltung: „Alte Möbel haben gelebt und bilden ein wertvolles Element. Wohnungen, die nur mit neuen Sachen eingerichtet sind, wirken oft steril.“

Der Autodidaktin in Sachen textilem Gestalten mangle es nie an Ideen – im Gegenteil, Ulli Gebhart könne gar nicht alles umsetzen, was ihr alles einfalle. BI