Sabrina Rosmann lehrt Jugendlichen das Programmieren

Vorarlberg / 21.08.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vor dem Studienbeginn konnte Sabrina Rosmann noch keine Computersoftware programmieren.  VN/LERCH

Für Informatikerin Sabrina Rosmann hat Programmieren mit Rätsellösen zu tun. Ihre Leidenschaft gibt sie den Teilnehmern des Code-Base-Camps weiter.

Klaus Vor dem Klischee, das Programmierer umgibt, hatte Sabrina Rosmann anfangs Angst. „Programmierer sind Nerds. Sie sind komisch, sitzen nur in ihrer Kammer und haben keine Sozialkompetenz. Das sind die Vorurteile, die viele haben, wenn sie den Beruf Programmierer hören“, erklärt die Frastanzerin. Als sie mit ihrem Informatik-Studium an der FH Vorarlberg begann, war sie beruhigt. Denn diese Klischees trafen nur auf eine Handvoll der 56 Studenten in ihrem Jahrgang zu.

Doch bis sie sich durchgerungen hatte, ihrer Leidenschaft nachzugehen, maturierte sie an der HTL Rankweil im Bereich Bautechnik, dann studierte sie einen Monat lang an der Universität Innsbruck Mathematik und Physik und arbeitete anschließend als Kellnerin. „Ich habe mich spontan für das Informatik-Studium angemeldet“, erklärt die 26-Jährige, die diesen Schritt nicht bereut hat. Sie lernte, wie man Software baut und programmiert. Im Masterstudium spezialisierte sich Rosmann auf künstliche Intelligenz und Hardware-nahes Programmieren. Derzeit arbeitet die Programmiererin am Josef-Ressel-Institut als wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Wie sich bei der Informatikerin der Berufswunsch entwickelt hat, kann sie rückblickend nicht mehr genau sagen. „Ich denke, ich habe es immer schon im Kopf gehabt. Wir hatten zwar zuhause einen PC, ich hatte aber niemanden, der mit mir Sachen auseinanderschraubt. Bis auf Programmier-Roboter hatte ich zu Studienbeginn keine Erfahrung mit dieser Materie“, schildert die Sportliche. Sie habe daheim nichts zum Laufen gebracht, deshalb wollte sie es studieren. „Für mich hat das Programmieren mit Rätsellösen zu tun.“

Ihre Leidenschaft gibt Sabrina Rosmann seit 2017 im Rahmen des Code- Base-Camps an Jugendliche weiter. Ins Leben gerufen wurde die Initiative, die heuer zum dritten Mal über die Bühne geht, von Russmedia sowie der Fachhochschule Vorarlberg. Unterstützt wird das Camp zudem vom Land Vorarlberg, der Wirtschaftskammer, den Illwerke VKW sowie den Unternehmen Omicron, Blum und Rhomberg. Bei der Initiative bekommen Schüler und Lehrlinge in der vierteiligen Kursreihe erste Einblicke in die Webprogrammierung und das -design. Als Tutorin hilft und unterstützt Sabrina Rosmann die Teilnehmer seit dem ersten Camp bei HTML und Javascript. Im vierten Modul leitet sie einen Kurs als Dozentin.“ Studiengangleiterin Regine Kadgien hat damals nach Tutoren gesucht. Ich war noch Studentin und an diesem neuen Projekt interessiert“, erinnert sich Rosmann. Bei der Zusage hatte sie auch einen Hintergedanken. „Ich wollte ausprobieren, ob ich erklären kann. Während der Schulzeit wurde mir das nachgesagt.“ Inzwischen weiß die Programmiererin, die sich gerade selber ein Kleid näht, dass es klappt und „Spaß macht“.

Weiteres Studium ab Herbst

Da sich die Informatikerin nicht nur auf ein Gebiet spezialisieren will, hat sie sich ab Herbst für das Intermedia-Studium an der FH Vorarlberg eingeschrieben. „Ich will etwas anderes lernen und sehe diese Richtung als tolle Kombination zwischen Informatik und Design.“ Außerdem ist Rosmann gespannt, weil sie bisher nur mit Technikern zu tun hatte. „Ich könnte mir vorstellen, dass dies einem Kulturclash gleichkommt.“ Aber da ihr Motto „was ich vorher nicht gemacht habe, das mache ich halt jetzt“ lautet, wird die Neo-Studentin mit gewohntem Elan durchstarten.

Impressionen Code-Base-Sommercamp 2019: