Grenzübergreifender Bodensee-REX geplant

Vorarlberg / 22.08.2019 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zwischen Romanshorn, Bregenz und Lindau soll es irgendwann eine schnellere Verbindung geben. ÖBB/MESTROVIC

Schweizer und Bayern machen Dampf, doch in Österreich könnte es noch dauern.

Bregenz Das Rheintal, Bayern und Baden Württemberg gelten als gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum. Finanzströme haben die Grenzen längst überwunden, Menschen stoßen allerdings noch auf Barrieren. Im Rheintal verlaufen weiterhin zwei Autobahnen parallel. Das Bahnprojekt FL.A.CH stockt seit Jahren, die Finanzierungsfrage ist nicht geklärt. Der Bau der Verbindung Lauterach-St. Margrethen beginnt im Herbst, sie bleibt teilweise eingleisig. Am Bodensee verkehren zwar Schiffe und nach Lindau fahren regelmäßig Züge. Aber wer mit dem Zug von Lindau nach Romanshorn möchte, muss dreimal umsteigen und viel Zeit einplanen. Schon länger existiert der Plan, die Schweizer S-Bahn über Bregenz bis nach Lindau fahren zu lassen. Nun bekommt der geplante Bodensee Regionalexpress der Linie S7 neuen Antrieb. Bayern hat die Finanzierung zugesagt. In Österreich dürfte es noch dauern.

Optimistische Nachbarn

Im Dezember 2018 vermeldete das St. Galler Tagblatt: „SBB will neuen Regioexpress am Bodensee realisieren“. Das Projekt sei relativ weit gediehen, die ersten Züge über die Streckenverlängerung der S7 sollen im Dezember 2021 rollen. Eine Fahrt von Romanshorn über St. Margrethen und Bregenz bis Lindau würde damit 25 Minuten kürzer werden. Am vergangenen Montag schloss sich Bayern dem Projekt finanziell an. Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) erklärte, dass das Land jährlich einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung stelle, um den deutschen Teil zu finanzieren. Er sei optimistisch, dass nun auch Vorarlberg für eine Finanzierung sorge und der Zug ab 2021 fahre.

In Österreich finanzieren Bahnverbindungen nicht die Länder alleine. Die ÖBB und das Infrastrukturministerium haben ein kräftiges Wörtchen mitzureden. Der aus der Schweiz und Bayern gewünschte Zeitplan scheint deshalb ein wenig zu ambitioniert. ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair bestätigt auf VN-Anfrage: „Es gibt gemeinsame Bestrebungen, eine Bodensee-S-Bahn zu gestalten. Das Projekt befindet sich jedoch noch in der Anfangsphase.“ Zunächst müsse das Teilstück zwischen Lauterach und Lustenau ausgebaut werden. Zudem liege es an Bund und Land, die Finanzierung zu klären. Das nächste Treffen sei im Oktober geplant.

Seit 2018 gibt es regelmäßige Besprechungen der Länder zum grenzüberschreitenden Ausbau, auch der Regionalexpress sei immer wieder Thema, heißt es aus dem Büro von Vorarlbergs Landesrat Johannes Rauch (Grüne). „Wir sind für diesen Ausbau. Aber es muss noch einiges geklärt werden“, betont er. Auch er verweist auf Lauterach-St. Margrethen. Im Herbst startet der Bau, mit dem ein zweistündiger Takt zwischen München und Zürich, ein halbstündiger Takt der S3 sowie eine neue Linie von St. Margrethen nach Dornbirn ermöglicht wird. Für ein weiteres Angebot müsse die Kapazität geprüft werden. Ab 2021 startet zudem der Umbau des Bregenzer Bahnhofs und der Haltestelle am Hafen, wofür fünf Jahre veranschlagt werden. In dieser Zeit sinke die Kapazität. Deshalb könne auch noch kein Termin für den Bodensee-REX genannt werden. „Im ersten Quartal 2020 sollte eine politische Entscheidung fallen“, betont Rauch.

Aus Vorarlberger Sicht handle es sich bei der geplanten Linie nicht um Pendler-, sondern um Freizeitverkehr. Dabei sei nur ein Halt in Bregenz geplant, weshalb die Verbindung überregionalen Charakter behalte. „Deshalb ist eine Mitfinanzierung des Fernverkehrs bzw. des Bundes anzustreben“, schreibt die Fachabteilung.