Konzepte gegen das Sorgenkind Autoverkehr

Vorarlberg / 23.08.2019 • 18:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine stärkere Verlagerung des Autoverkehrs auf Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel und Gehen soll forciert werden.  VN/Steurer
Eine stärkere Verlagerung des Autoverkehrs auf Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel und Gehen soll forciert werden.  VN/Steurer

VCÖ-Mobilitätspreis wurde an drei Vorarlberger Projekte vergeben.

Bregenz Der Straßenverkehr gilt in Österreich nach wie vor als größtes Sorgenkind beim Thema Klimaschutz – auch in Vorarlberg. Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis, der in Kooperation mit Land und ÖBB vergeben wird, sollen Projekte vor den Vorhang geholt werden, die dem entgegenwirken und einen wesentlichen Beitrag für eine klimafreundliche Zukunft leisten: „Weil es die große Lösung für alle Probleme vermutlich nicht geben wird, ist es sehr wichtig, dass es solche Initiativen gibt“, sagt Michael Schwendinger vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) bei der Ehrung der Vorarlberg-Sieger, die am Freitag im Landhaus in Bregenz ausgezeichnet wurden (siehe Factbox).

Auf den ersten Platz schaffte es das Parkraummanagement der plan-b-Gemeinden und Lustenau. Ebenfalls ausgezeichnet wurden das Mikro-ÖV-Konzept von Postbus in Lustenau und das Feldkircher Projekt „Innenstadtentwicklung mit Mehrwert“.

Vorarlberg hat zwar im Bundesländer-Vergleich mit 16 Prozent den höchsten Radfahreranteil im Straßenverkehr in Österreich, trotzdem sind vier von zehn Autofahrten kürzer als fünf Kilometer. „Für diese Distanz wäre das Fahrrad ideal“, betont Schwendinger. Hinzu komme, dass Autos immer größer und schwerer werden, trotzdem würden pro 100 Autos nur 115 Personen befördert. Großes Potenzial ortet Schwendinger im Bereich Arbeitswege: „59 Prozent benutzen dafür immer noch das Auto.“ „Auch wenn wir in Vorarlberg in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle einnehmen, gibt es noch viel zu tun“, unterstreicht Mobilitätslandesrat Johannes Rauch und bezieht sich damit auf das im Rahmen der Energieautonomie gesteckte Ziel, den gegenwärtigen Anteil an Autos am gesamten Verkehrsaufkommen bis zum Jahr 2050 etwa zur Hälfte auf Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften zu verlagern. Um dies zu erreichen, brauche es eine Mobilitätswende, be­tont Rauch. VN-MIH

Der heurige Bewerb stand unter dem Motto „Mobilitätswende voranbringen“. Der erste Platz ging an das Parkraumkonzept der plan-b-Gemeinden und Lustenau. VLK
Der heurige Bewerb stand unter dem Motto „Mobilitätswende voranbringen“. Der erste Platz ging an das Parkraumkonzept der plan-b-Gemeinden und Lustenau. VLK

Ausgezeichnete Projekte 2019

„Parkraummanagement“ Das Siegerprojekt wurde im November 2018 von den plan-b-Gemeinden und Lusten­au eingeführt und in Bregenz erweitert. Durch das Parkraummanagement soll die Verkehrsbelastung reduziert werden, unter anderem wurden gebührenpflichtige Pendlerparkplätze geschaffen.

 

„Mikro-ÖV“ Dieses Konzept von Postbus und der Marktgemeinde Lustenau wurde im November 2018 realisiert. Der nachfrageorientierte Bus für bis zu acht Personen verkehrt dort, wo es kein öffentliches Linienangebot gibt.

 

„Innenstadtentwicklung mit Mehrwert“ Die Initiative umfasst eine Reihe von Maßnahmen im Innenstadtbereich Feldkirchs, womit auch die Vorbildfunktion gestärkt werden soll. Unter anderem wurde die Fußgängerzone Neustadt durch verkehrsberuhigende Maßnahmen aufgewertet.