„Wir sind für die Menschen da“

Vorarlberg / 27.08.2019 • 18:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Walktanztheater arbeitet immer wieder konkret mit Schülern und Lehrlingen verschiedenen Alters. Mosman
Das Walktanztheater arbeitet immer wieder konkret mit Schülern und Lehrlingen verschiedenen Alters. Mosman

Sabine Benzer vom Kulturservice zeigt, wie Schüler von Kunst profitieren.

Feldkirch Schon als das Vorarlberger Landestheater seine Jugendclubs gründete, stellte sich heraus, dass es dabei nicht nur darum geht, besonderen Begabungen ein Podium zu bieten. Die Betätigung ließ so manche Heranwachsende ihre Fähigkeiten im schauspielerischen wie im musikalischen Bereich erst entdecken. Alexander Kubelka, der frühere Intendant, erzählte von manchen Rückmeldungen von Lehrern, die ihm berichteten, dass sich die Leistungen von Schülerinnen und Schülern verbessert hatten, seit diese auch Theater spielen. Auch das Lampenfieber, das bei Prüfungen sehr hinderlich sein kann, habe sich gelegt. Das Landestheater hält seine Theaterclubs für Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters weiterhin geöffnet.

Auch einige Amateurgruppen, beispielsweise der Spielkreis Götzis oder das Theater in Sulzberg, arbeiten sehr engagiert mit Kindern, mit denen Stücke entworfen werden. Und selbstverständlich realisiert das Landestheater immer wieder Produktionen, mit denen man auch in die Schulen kommt.

Kontaktstelle

Was die Zusammenarbeit mit Schulen betrifft, hat auch das Theater am Saumarkt eine Vorreiterrolle. Und nicht nur das. Geschäftsführerin Sabine Benzer ist seit wenigen Jahren gemeinsam mit Herbert Zottele, Direktor der Volksschule Frastanz, an der Kontaktstelle zwischen Schulen und Kunstschaffenden tätig. Der Vorarlberger Kulturservice (vorarlberger-kulturservice.at) bietet Informationen, Auskünfte und Hilfestellungen an. Benzer ist es dabei wichtig, die Niederschwelligkeit zu betonen. „Uns ist jeder willkommen, Eltern, die sich an den Schulen engagieren oder Auskünfte über verschiedene Angebote für ihre Kinder brauchen, Pädagogen, die wissen wollen, welches Stück geeignet für eine Aufführung in der Schule wäre, und Künstler, die Projekte initiieren wollen“, betont sie im Gespräch mit den VN. „Viele der Einrichtungen werden zudem eigens gefördert, es gibt Workshops, von denen Kinder ohne finanziellen Aufwand profitieren können. Wir sind für die Menschen da“, betont die Kunstvermittlerin eigens. Niemand solle Scheu haben, sich zu erkundigen.

Lernzuwächse

Dabei darf auch erwähnt werden, dass viele der Projekte in Kooperation mit der Kulturabteilung der Landesregierung umgesetzt werden und das Angebot so ausgerichtet ist, dass sowohl Interessantes für Volksschüler als auch für Gymnasiasten und Lehrlinge dabei ist. Gerade arbeitet etwa Nadine Hirschauer mit HTL-Schülern und Lehrlingen an einer Dokumentation zu Aspekten der Vorarlberger Industriegeschichte.

„Unsere Arbeit trägt Früchte in der Form, dass Kinder Lernzuwächse gemacht haben, die ein Leben lang halten“, berichtet auch Michael Schnetzer, Direktor der Volksschule Sibratsgfäll, von seinen Erfahrungen nach der Zusammenarbeit mit dem Vorarlberger Kulturservice: „Die Förderung durch den Kulturservice eröffnet Wege, das System Schule, das sich strukturell oft gerne von anderen kulturellen Systemen abkapseln würde, offen zu halten.“ VN-cd

„Uns ist jeder willkommen, Eltern, Lehrer und Künstler, die Projekte initiieren wollen.“