Bankräuber bediente sich gleich selbst

Vorarlberg / 30.08.2019 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Tatort kurz nach dem Raubüberfall am Freitagvormittag: die Sparkassenfiliale in Lustenau Rheindorf. VN/Sohm
Der Tatort kurz nach dem Raubüberfall am Freitagvormittag: die Sparkassenfiliale in Lustenau Rheindorf. VN/Sohm

Nach Coup in Lustenauer Bank: Tatverdächtiger in Chur festgenommen.

Lustenau Die Dornbirner Sparkasse in Lustenau Rheindorf öffnete ihre Pforten am Freitag um 8 Uhr. Und dann, nur 12 Minuten danach, fuhr den beiden anwesenden Angestellten der Schreck in die Glieder: Ein noch unbekannter Mann stürmte in den Schalterraum. Mit gezückter Faustfeuerwaffe, halb maskiert durch seinen Kapuzenpulli.

Beute in unbekannter Höhe

Die Absicht des bedrohlichen Eindringlings war unmissverständlich. Er hielt den Mitarbeitern die Waffe vor und forderte zunächst die Herausgabe von Bargeld. Augenscheinlich aber erschien ihm die Reaktion der beiden Banker etwas zu zögerlich. Denn voller Ungeduld eilte der Täter hinter den Schalterbereich und bediente sich gleich selbst aus der Kasse. Wie viel Bargeld er dabei einsteckte, war am Freitag noch unbekannt. Jedenfalls machte die Polizei darüber keine Angaben.

Und so schnell wie der Täter auftauchte, so rasch verschwand er dann auch wieder. Zunächst zu Fuß und in unbekannte Richtung, dann mit einem Auto. Nur kurz darauf das nach Raubüberfällen übliche Bild auf den Straßen: Bewaffnete Polizisten allerorten, großräumige Kontrollen an neuralgischen Punkten im Unterland und die „Libelle“ (Polizeihubschrauber) am Himmel ihre Kreise drehend. Doch vom flüchtigen Bankräuber keine Spur. Gegen Mittag wurde die Alarmfahndung aufgelöst. Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen. Am späten Nachmittag schließlich ein offensichtlicher Erfolg, der zeigt, wie gut die Kooperation der Polizei auch auf grenzüberschreitender Ebene funktioniert. Das mutmaßliche Fluchtauto war bereits in Vorarlberg ins Visier der Ermittler geraten, seine Fahrt in Richtung Feldkirch konnte nachvollzogen werden.

Endstation Chur

Die Falle selbst schnappte für den Flüchtigen schließlich im Raum Chur zu. Laut Philipp Stadler vom Landeskriminalamt Vorarlberg gelang alarmierten Beamten der Kantonspolizei Graubünden die Festnahme 21-jährigen österreichischen Staatsbürgers, der im dringenden Verdacht steht, den Raubüberfall in Lustenau begangen zu haben. „Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auch auf das Umfeld des Verdächtigen“, informierte Stadler die VN. Nähere Details können derzeit allerdings aufgrund der noch anstehenden Ermittlungsmaßnahmen noch nicht bekannt gegeben werden.