Viel Wasser und starkes Gefälle

Vorarlberg / 30.08.2019 • 18:36 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Kopsspeicher ist ein großer Jahresspeicher. Sein Wasser kommt vor allem von der Tiroler Seite der Silvretta. illwerke vkw
Der Kopsspeicher ist ein großer Jahresspeicher. Sein Wasser kommt vor allem von der Tiroler Seite der Silvretta. illwerke vkw

Die Silvretta ist perfekt für die Energiewirtschaft geeignet.

GASCHURN Ein Wochenende lang kann die Bevölkerung gemeinsam mit illwerke vkw die Eröffnung des neuen Obervermuntwerks II feiern. Das im Berg verbaute Pumpspeicherkraftwerk ist die neueste Ergänzung zum dicht ausgebauten Kraftwerksnetz auf der Vorarlberger Seite der Silvretta. Die hohe Dichte an Kraftwerken in diesem Bereich ist kein Zufall. In der Silvretta kommen zwei Dinge zusammen, die für Wasserkraft ideal sind: ein großes Einzugsgebiet mit viel Wasser sowie die ideale Topografie des Geländes. Seit der Eröffnung des Vermuntwerks 1930 nutzen die Illwerke bzw. jetzt die illwerke vkw dieses Potenzial aus.

Topografisch begünstigt

Energiewirtschaft in der Silvretta und dem Rhätikon kann sich auf eine ideale Topografie stützen. Das Wasser hat von den Hochtälern ins Illtal hinunter eine hohe Fallhöhe (bis zu 1538 Metern), in Verbindung mit Speicherseen kann dieses Potenzial optimal genutzt werden. Auf der Tiroler Seite der Silvretta ist das ganz anders, der Talgrund des Paznauntals liegt rund 600 Meter höher als der des Montafons. Aus diesem Grund wird das Wasser der Tiroler Seite auch in die Vorarlberger Speicherseen geleitet, hier gibt es entsprechende Abkommen mit den Tirolern.

Die Gletscher und die vielen Quellen im Silvretta-Gebiet sorgen zudem für ein schnelles Auffüllen der Speicherseen. So wird der große Silvretta-See durch Zufluss zwei Mal im Jahr komplett aufgefüllt – er wird deshalb als Jahresspeicher bezeichnet. Ähnliches ist es mit dem Kopsspeicher, der mehr als fünf Mal im Jahr natürlich befüllt wird. Der Lünersee im Brandnertal braucht im Vergleich fünf Jahre für eine Befüllung – hier ist das Einzugsgebiet weit kleiner. Neben diesen Jahresspeichern gibt es auch einen Wochenspeicher, den Vermuntsee. Er wird auf natürlichem Weg mehr als zwei Mal im Monat komplett befüllt. Heute kommen natürlich die Pumpspeicherwerke dazu – Kops II, OVW II, Rodund I und II sowie das Lünerseewerk nutzen die Schwankungen am Strommarkt um Wasser wieder in die Speicher zu pumpen. Damit dienen diese Speicher als gigantische Batterien für den europäischen Strommarkt. Vorarlberg ist auch meteorologisch begünstigt: Die Niederschlagsmengen sind deutlich höher als im Osten Österreichs. Die Auswirkungen des Klimawandels wird von den Experten der illwerke vkw wie folgt eingeschätzt. Die Gletscher in der Silvretta werden in absehbarer Zeit um rund ein Viertel zurückgehen, bleiben aber auch weiterhin wichtig für das Wasserangebot der Kraftwerke im Sommer. Das Wasserkraftpotenzial wird sich im Sommer dennoch um ca. zehn bis 20 Prozent verringern. Demgegenüber steigert sich aber das Potenzial im Winter um rund 20 Prozent. Der Bodenschatz Wasser bleibt jedenfalls erhalten.

Optimierung durch neue Werke

Auch ohne die beiden großen Pumpspeicherkraftwerke Kops II und jetzt OVW II wurde in der Silvretta viel Strom erzeugt, aber die Vergleichszahlen zeigen, wie sehr die sogenannte „Engpassleistung“ (das ist die maximale Dauerleistung die der Kraftwerkverbund im Normalbetrieb leisten kann) gesteigert werden konnen. 2005 lag diese bei 1248 MW, 2008, nach Inbetriebnahme von Kops II bei 1814 MW und heute, mit dem neuen OVW II- sowie dem Rellswerk bei 2204 MW. Zum Vergleich, die Höchstlast im elektrischen Netz in Vorarlberg liegt bei lediglich 500 MW, das könnte vom Kops II Werk alleine gestemmt werden. VN-GMS

TAG DER OFFENEN TÜR OVW II

Samstag und Sonntag, 31. August und 1. September von 8.30 bis 18 Uhr

Gratis Bustransfer zum Kraftwerk und zur Bielerhöhe (Silvretta-Hochalpenstraße für öffentlichen Verkehr gesperrt)

Besichtigung der Kraftwerkskaverne und exklusive Führungen (Fußweg ca. 2 Kilometer mit Steigungen)

Umfangreiches Rahmenprogramm

Detaillierte Informationen unter www.illwerkevkw.at

„Energie für unser Leben“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der Vorarlberger Nachrichten mit Unterstützung von illwerke vkw.