Wirtschaft aus erster Hand für die Schule

Vorarlberg / 31.08.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei den „Schaffar Tagen“ erhalten Schüler Einblicke in die Berufswelt. VN/STEURER

Rund 3000 Schüler nehmen jährlich an Veranstaltungen der Organisation Schule und Wirtschaft teil. (VN-Schulserie 6/12)

Dornbirn Wirtschaftswissen ist in vielen Schulen eine Disziplin, die oft zu kurz kommt. Ist doch der Stundenplan auch so schon voll. Das stellen nicht nur Unternehmer fest, auch Bildungsexperten weisen regelmäßig auf dieses Defizit hin. Dass dieses zumindest ansatzweise ausgeglichen wird, ist Aufgabe eines Vereins, der Vorarlberger Volkswirtschaftlichen Gesellschaft (VVG) und ihrer Unterorganisation Schule & Wirtschaft. Sie bringt Schülern mit Workshops, Ausstellungen und Vorträgen Wirtschaftspolitik und die Wirtschaft als Gesamtes näher. Daneben gibt es auch ganz praktische Information, zum Beispiel bei den „Schaffar-Tagen“, an denen Jahr für Jahr fast 3000 Schüler teilnehmen und Einblicke in die Berufswelt erhalten.

Experten an die Schule

Unterschiede gibt es für die VVG nicht: „Wir wenden uns an alle Schüler“, sagt VGG-Geschäftsführer Michael Haim. „Von den Volksschulen bis zu den höheren Schulen hat Schule & Wirtschaft jeweils das passende Angebot, das in einem Info-Katalog an die Lehrer verschickt wird, damit sie entsprechende Workshops und Veranstaltungen in ihren Unterricht einbauen können.“ Seit Jahren ist den „Schaffar-Tagen“, bei denen Kinder meist zum ersten Mal echten Kontakt mit der Berufswelt haben, ein großer Erfolg beschieden.

Die VVG macht es sich aber nicht bequem. Statt Broschüren und Lernbehelfe zu versenden, kommen Geschäftsführer Haim, der als ehemaliger Lehrer weiß, worauf es im Unterricht ankommt, oder entsprechende Experten an die Schule. „Wir halten Vorträge, diskutieren mit den Schülern und schaffen so Verständnis für die Anliegen und Anforderungen der Wirtschaft im Land. Der Fokus liegt immer auf dem Standort Vorarlberg“, betont Haim, der die Volkswirtschaftliche Gesellschaft mit sehr effizientem personellem Aufwand führt.

„Die VVG will mit Schule & Wirtschaft informieren, aber nicht indoktrinieren.“

Michael Haim, Geschäftsführer Schule und Wirtschaft

2018 wurden fast 400 Veranstaltungen durchgeführt, teilgenommen haben rund 12.000 Schüler, aber auch Ausbilder und Lehrer. Die Seminare summierten sich auf fast 52.000 Stunden. Die VVG kümmert sich seit über 50 Jahren um die wirtschaftspolitische Bildung in Schulen, seit der Jahrtausendwende wurde das Programm stark erweitert. Das liegt auch am pragmatischen Zugang. „Wir wollen informieren und bilden, aber nicht indoktrinieren. Wir tragen wesentlich zum Verständnis der Wirtschaft und des Stellenwerts der Unternehmer im Land bei“, gibt sich der Geschäftsführer der VVG selbstbewusst.

Schule und Wirtschaft, das sind aber auch die Schulkomitees, in denen Unternehmer und Lehrer gemeinsam daran arbeiten, die Schulen bestmöglich zu unterstützen. Mit allem was dazugehört – von praktischen Hilfen wie Exkursionen bis zum neuesten Maschinenpark in den höheren technischen Schulen, wobei auch die allgemeinbildenden Schulen nicht vergessen werden.