Vorarlberger bestaunen ihr neues Kraftwerk

Vorarlberg / 01.09.2019 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im unterirdischen Maschinenraum wurden im Drei-Minuten-Takt Führungen gestartet. VN/STEURER

Zwei Tage lang präsentierten die Illwerke VKW das neue Obervermuntwerk II. Tausende folgten der Einladung.

Gernot Schweigkofler

Gaschurn Am Wochenende machten viele Vorarlberger das selbe: Kraftwerk schauen. Die illwerke vkw präsentierten am Samstag und Sonntag das neu errichtete Obervermuntwerk II (OVW II), das derzeit modernste Pumpspeicherkraftwerk der Welt. Der Andrang auf das spektakuläre Kraftwerk war groß: Schon am Samstag kamen laut illwerke vkw rund 10.000 Besucher in der Silvretta. Weitere 10.000 waren es am Sonntag.

Circa 800 Meter tief in den Berg hinein führt dieser Stollen, dort befindet sich dann der Maschinenraum des OVW II. VN/Steurer
Circa 800 Meter tief in den Berg hinein führt dieser Stollen, dort befindet sich dann der Maschinenraum des OVW II. VN/Steurer

Rund 500 Millionen Euro hat das zu über 95 Prozent im Besitz des Landes Vorarlberg befindliche Energieunternehmen illwerke vkw in den Bau des Kraftwerks investiert. Seit Jänner ist das 360 Megawatt-Kraftwerk in Betrieb und die Arbeiten sind, abgesehen von Rekultivierungsarbeiten (es werden beispielsweise noch die alten oberirdischen Druckleitungen zwischen Silvretta- und Vermuntsee entfernt) ist die fünf Jahre lang größte Baustelle im Land abgeschlossen.

Lohnendes Warten

Nicht nur beim Bau, auch an den Tagen der offenen Tür erwies sich der Standort des Kraftwerks in der Silvretta als logistische Herausforderung. Mit Bussen wurden die Besucher zum Eingang der Kraftwerkskaverne im Bereich des Vermuntseees bzw. zum Festzelt am Silvretta-See gebracht. Das Kraftwerk liegt tief im Berg, „nur“ 1000 Personen durften gleichzeitig hinein. Der Kraftwerksraum wurde in knapp getakteten Führungen präsentiert, auf fünf Stationen wurde die Funktionsweise des Pumpspeicherkraftwerks an Ort und Stelle erläutert. Warten gehörte an den diversen Nadelöhren (Bus, Eingang Kaverne, Führungen) dazu, aber die meisten Besucher waren sich einig: Es hat sich gelohnt.

Die Führung durchs Kraftwerk war kurz, aber sehr informativ. Die Dimensionen beeindruckten die Besucher. VN/Steurer
Die Führung durchs Kraftwerk war kurz, aber sehr informativ. Die Dimensionen beeindruckten die Besucher. VN/Steurer

Der spektakuläre 800 Meter lange Zugang durch einen Stollen in die Maschinenhalle beeindruckte ebenso wie die Dimension der beiden gigantischen Maschinen in der großen Maschinenhalle. Dabei sind große Teile des Kraftwerkes nicht mehr zu besichtigen, die vielen Stollen sind seit Inbetriebnahme geflutet. Etwa das 300 Meter hohe Wasserschloss – der Schacht könnte den Eiffelturm aufnehmen.

Die Besichtigung des Kraftwerks war mit Sicherheit das Highlight, aber das Energieunternehmen bot den Besuchern auch ein gemütliches Rahmenprogramm. Bei (kostenlosem) Essen und Trinken genossen die Tausenden Besucher das musikalische Programm im Festzelt auf der Bielerhöhe oder nutzten die Gelegenheit, eine kleine Wanderung in der Silvretta mit der Besichtigung zu verbinden.

Landeshauptmann Markus Wallner besuchte am Samstag den Tag der offenen Tür und nutzte die Gelegenheit, um mit vielen Vorarlbergern ins Gespräch zu kommen. VN/Steurer
Landeshauptmann Markus Wallner besuchte am Samstag den Tag der offenen Tür und nutzte die Gelegenheit, um mit vielen Vorarlbergern ins Gespräch zu kommen. VN/Steurer

Unter den vielen Besuchern waren am Samstag auch Landeshauptmann Markus Wallner und die Landesräte Christian Gantner und Johannes Rauch, am Sonntag besuchte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser die Silvretta. Die Gastgeber illwerke vkw waren durch die Vorstandsmitglieder Helmut Mennel und Christof Germann vertreten, die, ebenso wie viele Mitarbeiter des Unternehmens, den Besuchern für Fragen zur Verfügung standen. Auch der ehemalige Vorstand Ludwig Summer machte sich vor Ort ein Bild vom neuen Kraftwerk. VN-GMS